Hanns-Lilje-Platz
Der Hanns-Lilje-Platz ist ein Platz in der Altstadt von Hannover. Er entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als nördliche Erweiterung des schon seit dem Mittelalter bestehenden Marktplatzes, der zu Beginn des Königreichs Hannover ab 1818 den amtlichen Namen Am Markte trug.
Ursprünglich reichte die Bebauung zwischen der Schmiedestraße und der Knochenhauerstraße bis vor den Kirchturm der Marktkirche, an deren nördlichen Außenmauern ein Kirchhof angelegt war, der von halbkreisförmiger Randbebauung umstanden war. Zu diesen Gebäuden zählte ein ausgedehnter Pfarrhof mit Pfarrhaus, in dem die Brüder August Wilhelm und Friedrich Schlegel geboren wurden, Söhne des Pastors Johann Adolf Schlegel. Daneben stand das Haus der ältesten hannoverschen Schule, dem späteren Ratsgymnasium, in dem vor Ort in den Jahren von etwa 1315 bis 1803 unterrichtet wurde. An Stelle der alten Lateinschule errichtete der Architekt August Heinrich Andreae 1845 in zweites Pfarrhaus.
Städtebaulich wurde die Nordseite der Marktkirche erst mit der Zurücknahme der nördlichen Häuserfront ab Anfang der 1880er Jahre freigestellt mit der Folge, das die Kirche seitdem „auf einem rundum freien Platz steht:“ Während die heute vollständig denkmalgeschützte Häuserreihe schon im Rohbau fertiggestellt war, wurde die bis vor das Eingangsportal der Marktkirche erst ab 1884 behutsam abgetragen, darunter die an die Lavesstraße translozierte Fassade für das Overlachsche Haus.
Seit 1978 trägt die Nordseite des alten Marktplatzes den Namen des im Jahr zuvor verstorbenen evangelischen Landesbischofs Hanns Lilje (1899–1977).
- 1 2 3 Helmut Zimmermann: Hanns-Lilje-Platz, in ders.: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover. Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 105
- 1 2 3 4 Ludwig Hoerner: Die Altstadt. Abbruch der Häuser Ecke Knochenhauerstraße Marktplatz, 1884, in ders.: Hannover in frühen Photographien 1848–1910. Schirmer-Mosel, München 1979, ISBN 3-921375-44-4 (mit einem Beitrag von Franz Rudolf Zankl), S. 126, 127
- ↑ Christian Ulrich Grupen: Origines et antiqvitates Hanoverenses oder Umständliche Abhandlung von dem Ursprunge und den Alterthümern der Stadt Hannover, worinnen mit Urkunden, Siegeln und Kupfern der Zustand der Stadt und der herumliegenden Graf- und Herrschafften, wie auch Klöster, imgleichen vieler Adlichen Geschlechter an das Licht gestellet und die Deutschen Rechte erläutert werden. Universitätsbuchhandlung, Göttingen 1740 (diglib.hab.de Digitalisat der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel).
- ↑ Helmut Knocke, Hugo Thielen: Hanns-Lilje-Platz, in Dirk Böttcher, Klaus Mlynek (Hrsg.): Hannover. Kunst- und Kultur-Lexikon, Neuausgabe, 4., aktualisierte und erweiterte Auflage, zu Klampen, Springe 2007, ISBN 978-3-934920-53-8, S. 127
- ↑ Ergebnisanzeige zum Hanns-Lilje-Platz im Denkmalatlas Niedersachsen