Hans Judenkönig

Hans Judenkönig (auch Judenkunig, Judenkünig; * um 1450 in Schwäbisch Gmünd; † 4. März 1526 in Wien) war ein deutscher Musiker, Lautenspieler und einer der bedeutendsten Instrumentalisten der Renaissance.

Der in Wien im Umkreis der dortigen Universität wirkende Lautenspieler wurde besonders durch zwei weitverbreitete Lehrbücher für Laien zum Selbstunterricht im Lautenspiel bekannt. Zu den populären Lautenstücken Judenkönigs gehören eine 1523 in Ain schone kunstliche underweisung veröffentlichte Version des Osterliedes Christ ist erstanden und in derselben „Unterweisung“ ein Welscher Tanz mit dem Titel Rossina und eine Priambel, die auch mit einem 1532 publizierten Werk von Hans Gerle veröffentlicht wurde.

Möglicherweise rührt der Name der Familie, die von 1420 bis 1477 in Gmünder Archivalien nachweisbar ist und zur zünftischen Mittelschicht gehörte, von der Rolle des „Judenkönigs“ bei einem Osterspiel her.

  1. Vgl. etwa Helmut Mönkemeyer (Hrsg.): Hans Judenkönig: Ain schone kunstliche vnderweisung, 1523 (= Die Tabulatur. Heft 10). Friedrich Hofmeister, Hofheim am Taunus
  2. Vgl. auch Siegfried Behrend (Hrsg.): Altdeutsche Lautenmusik für Gitarre (= Alte Europäische Lautenmusik für Gitarre. Heft 3). Edition Sikorski. Nr. 525). Musikverlag Hans Sikorski, Hamburg 1959 (= Edition Sikorski. Nr. 525), S. 5 (Hans Judenkunig: Christ ist erstanden, gefolgt von Und wer er nit erstanden).
  3. Heinz Teuchert (Hrsg.): Meister der Renaissance (= Meine ersten Gitarrenstücke. Heft 3). G. Ricordi & Co. Bühnen- und Musikverlag, München 1971 (= Ricordi. Sy. 2201), ISBN 978-3-931788-33-9, S. 5.
  4. Helmut Mönkemeyer (Hrsg.): Hans Gerle: Sieben Lautenstücke aus „Musica Teutsch“ 1532 (= Die Tabulatur. Heft 2). Friedrich Hofmeister, Hofheim am Taunus o. J. (= FH. Band 4551), S. 2 und 4–5.
  5. Klaus Graf: Zur Familie des Lautenspielers Hans Judenkünig aus Schwäbisch Gmünd. In: ostalb/einhorn 6 (1979), Heft 21, S. 118, 120 Commons.