Hanseatisches Kettenwerk

Hanseatische Kettenwerk (Hak) war ein Tarnname für eine große Rüstungsfabrik in Hamburg-Langenhorn. 1934 wurde zur Kriegsvorbereitung das Grundstück nach strategischen Gesichtspunkten ausgewählt. Das Grundstück wurde von der Verwertungsgesellschaft für Montanindustrie, einem Vorläufer der IVG Immobilien und damals im Eigentum des Heereswaffenamts, erworben. Der Betrieb wurde 1935 von Clemens Pötz aus Monheim gegründet, der dort bereits Miteigentümer einer Metallwarenfabrik war. Der Bau verstieß gegen den Versailler Vertrags, der eine deutsche Rüstungsproduktion verbot. Vom Hak wurden bis 1945 hauptsächlich Granathülsen der Kaliber 15 bis 37 Millimeter sowie Panzerfäuste gefertigt.

Für die aus dem Monheimer Stammwerk kommenden Werkmeister wurden entlang der Langenhorner Chaussee strohgedeckte Häuser errichtet. Die ländlich wirkende Siedlung mit den unregelmäßigen Grundstücksgrenzen war Teil der Tarnung des Werkes. Das Hak-Werksgelände erstreckte sich über 4,8 Hektar am Weg Nr. 4, heute Essener Straße, von seiner Mündung in die Langenhorner Chaussee bis zum heutigen Bauspielplatz („Baui“).

Gemeinsam mit dem benachbarten Rüstungsbetrieb „Deutsche Meßapparate G.m.b.H.“ (Messap) gehörte das Kettenwerk am Ochsenzoll zu den größten Rüstungsstandorten Hamburgs im Zweiten Weltkrieg. Waren hier ab 1935/36 nur wenige Hundert Menschen beschäftigt, so arbeiteten nach der Niederlage in Stalingrad, als die Kriegsproduktion ihren Höhepunkt erreichte, weit über 8000 Menschen am Ochsenzoll, ein Großteil von ihnen unfreiwillig.

  1. Alexander Geckeler: Die Waffen von Heinrich von Wimmersperg: Eine biographisch-zeitgeschichtliche Dokumentation über den selbständigen Waffen-Konstrukteur (1900 - 1985) Books on Demand, 2023, ISBN 978-3-7504-4148-4, S. 336.