Redvers
Redvers (auch Reviers oder Revières) war eine Familie des normannischen Adels. Sie stammte ursprünglich aus Reviers im Calvados, doch gegen Ende des 11. Jahrhunderts lag der Schwerpunkt ihrer Besitzungen in der Normandie bei Néhou und Vernon. Während der Normannischen Eroberung kamen sie nach England. Als Unterstützer von König Heinrich I. wurde Richard de Redvers mit umfangreichen Besitzungen in Devon, Dorset, Hampshire belohnt, aus denen die späteren Honours von Plympton und Christchurch entstanden. Dazu ernannte er ihn zum Lord of the Isle of Wight. Richards Sohn und Erbe Baldwin de Redvers gehörte zu Beginn des Englischen Bürgerkriegs zu den wichtigsten Unterstützern von Heinrichs Tochter Matilda und wurde von ihr im Juni 1141 zum Earl of Devon erhoben. Seine Nachfolger blieben zwar bedeutende Adlige, doch keiner erreichte mehr seine Bedeutung. Durch frühe Tode und lange Minderjährigkeitsverwaltungen sank der Einfluss der Familie, die zudem die Güter in Südwestengland zugunsten der Isle of Wight vernachlässigten. Baldwin de Redvers, 7. Earl of Devon starb 1262 ohne männliche Nachkommen, so dass seine Tochter Isabella die Besitzungen erbte. Sie überlebte alle ihre Kinder und starb 1293. Der Großteil ihrer Besitzungen fiel an die Krone. 1335 wurde Hugh Courtenay, Lord of Okehampton, ein Nachfahre ihrer Großtante Mary de Redvers zum neuen Earl of Devon erhoben.
- ↑ Wace erwähnt einen Sire de Reviers, der in der Schlacht von Hastings kämpfte
- ↑ Robert Bearman: Revières, Baldwin de, earl of Devon (c.1095–1155). In: Henry Colin Gray Matthew, Brian Harrison (Hrsg.): Oxford Dictionary of National Biography, from the earliest times to the year 2000 (ODNB). Oxford University Press, Oxford 2004, ISBN 0-19-861411-X; doi:10.1093/ref:odnb/1163 (Lizenz erforderlich), Stand: 2004.