Heftung

Eine Heftung ist eine Befestigung, im engeren Sinne insbesondere eine, die nähend erfolgt. Das zugrundeliegende Verb heften ist im Deutschen bereits im Althochdeutschen des 8. Jahrhunderts belegt. Das Verb ist ein Faktitivum zum ebenfalls seit dem Althochdeutschen verwendeten Adjektiv haft „gefangen, gebunden“. Eine chirurgische Naht wurde im Mittelalter als Haft und das Nähen einer Wunde als Heften bezeichnet.

Der Begriff der Heftung als eine (nur) punktförmige Verbindung findet sich neben dem Nähen beispielsweise auch beim Fixieren von Metallteilen durch einzelne Schweißpunkte. Punktuelle Verbindungen liefern auch die Heftklammer und die Heftzwecke (Reißzwecke).

Das Heften von Büchern geschah ursprünglich, ähnlich wie beim Nähen, durch einen Heftfaden oder durch Heftgarn. In diesem Zusammenhang ist die Heftnadel die Nadel eines Buchbinders. Diese Heftung wird auch heute noch eingesetzt und heißt Fadenheftung. Der Begriff Heft in der Bedeutung „Schreibheft“ entstand im 16. Jahrhundert als Rückbildung zu heften (Faktitiv zu althochdeutsch haft ‚gefesselt‘) und bedeutet insofern „das Geheftete“. Der Heftrand ist ein freigelassener Rand bei Brief- und Druckbögen.

  1. 1 2 Lutz Mackensen: Großes Deutsches Wörterbuch. Stuttgart 1977.
  2. 1 2 Kluge Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 24. Auflage, 2002
  3. Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 400 (heften: dort „durchtrennte Weichteile, Sehnen u. a. durch eine Naht zusammenfügen, eine chirurgische Nahrt ausführen, nähen“). Dieter Lehmann: Zwei wundärztliche Rezeptbücher des 15. Jahrhunderts vom Oberrhein. Teil I: Text und Glossar. Horst Wellm, Pattensen/Han. 1985, jetzt bei Königshausen & Neumann, Würzburg (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 34), ISBN 3-921456-63-0, S. 188 und 190.