Heilig

Heilig ist ein religiöser Ausdruck, der eine Person, einen Gegenstand oder einen Begriff einer Sphäre des Göttlichen, Vollkommenen oder Absoluten zuordnet: So etwa bei dem Heiligen Geist, heiligen Schriften, den Heiligen, heiligen Orten – zum Beispiel Bergen, Hainen oder Flüssen – oder heiligen Gegenständen, Tieren, Pflanzen – beispielsweise heilige Bäume – bis hin zu Begriffen wie Mantras oder heiligen Zahlen.

Heilig geht auf althochdeutsch heilag zurück, was möglicherweise einen Ursprung im altnordischen hei lagr mit der Ausgangsbedeutung „eigen“, „Eigentum“ hat oder von althochdeutsch heil „Zauber“, „Günstiges Vorzeichen“, „Glück“ oder heil „gesund“, „unversehrt“, „gerettet“ kommt.

In alter Zeit wurden auch manche Krankheiten als „heilig“ bezeichnet, etwa die Epilepsie oder (als heilec viur, „heiliges Feuer“) die Wundrose (das Erysipel). Teilweise gleichbedeutend zu dem stark christlich geprägten Begriff wird – unter anderem in wissenschaftlicher Literatur und im Duden – das Fremdwort sakral (von lateinisch sacer „heilig“, „göttlich“, „geweiht“) gebraucht, auch als Gegensatz zu profan (weltlich).

  1. heilig. In: Duden. Cornelsen Verlag GmbH, abgerufen am 23. November 2022.
  2. heil. In: Duden. Cornelsen Verlag GmbH, abgerufen am 23. November 2022.
  3. Evert Dirk Baumann: Die Heilige Krankheit. In: Janus. Band 29, 1925, S. 7–32.
  4. Bernhard Schnell: Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben. Niemeyer, Tübingen 2003 (= Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen. Band 50), ISBN 3-484-36050-X, S. 388 (heilec) und 402 (viur).
  5. sakral. In: Duden. Cornelsen Verlag GmbH, abgerufen am 23. November 2022.
  6. sacer. In: Frag Caesar. Stefan Schulze Steinmann, abgerufen am 23. November 2022.
  7. Mircea Eliade: Das Heilige und das Profane. Vom Wesen des Religiösen. Suhrkamp, Frankfurt, 3. Auflage 1987.