Herbert Lucht

Herbert Lucht (* 3. Oktober 1902 in Bromberg; † 1951) trat früh in die NSDAP ein und war im Zweiten Weltkrieg erst Sonderführer, danach Offizier einer Propagandaeinheit der Wehrmacht im Rang eines Leutnants, später Oberleutnants, im von Deutschland besetzten Paris. Nach 1945 betrieb er zusammen mit seiner belgischen Ehefrau Lea Sliky Lucht, geboren Léa-Mathilde Vandievoet, falsche Gräfin Léa van Dievoet, und falsche Tochter eines Generals geboren in einer einfachen proletarischen Umgebung in Saint-Gilles (Brüssel), am 27. März 1910, die Im- und Exportfirma Cominbel. Bekannt wurde das Ehepaar Lucht in der frühen Bundesrepublik durch seine aktive Förderung des Naumann-Kreises zur Wiederherstellung der NS-Herrschaft.

  1. 1 2 Nazi-Verschwörung. Nau-Nau. In: Der Spiegel. Nr. 4, 1953 (online 21. Januar 1953).
  2. Eckard Michels: Das deutsche Institut in Paris 1940–1944. Franz Steiner Verlag, 1993, S. 132.
  3. Goebbels-Nachlass. Der Stenograf muß es wissen. In: Der Spiegel. Nr. 4, 1951 (online 24. Januar 1951).
  4. Mädchenname fälschlicherweise geschrieben "van Dievoet" in Beates Baldows Dissertation von 2012.
  5. Yves van Domber, Ik leefde met Martin Borman, Amsterdam, 1969, S. 187 : "Herbert Lucht was een gewezen ambtenaar van Goebbels' rijkspropagandaministerie. Hij was gehuwd met gravin Léa van Dievoet, een nicht van Léon Degrelle", und Lev Bezymenski, Tracing Martin Borman, 1966, S. 59 : "There he learnt that in Düsseldorf lived a certain Herbert Lucht, a former civil servant of the Imperial Ministry of Propaganda married to a rich Belgian Countess, Lea Van Dievoet, know by the nickname Slissy".
  6. "Goebbels-Nachlass", "Der Stenograf muß es wissen", dans : Der Spiegel " "Als Mme. Léa Lucht, geb. v. Dicoel (sic) mit Lippenrot à la Kurfürstendamm zum ersten Mal über den Marktplatz des dithmarscher Landstädtchens Meldorf ging, riefen ihr die Kinder unflätige Worte nach. Madame färbte darauf die Lippen noch auffälliger, bis sich die Meldorfer an ihren Anblick gewöhnt hatten. Für Konzessionen ist sie nicht zu haben, denn sie ist die Tochter eines belgischen Generals".
  7. Sogar Beate Baldow, ohne Archivquellen, verbreitet in ihrer Dissertation die falsche Information, dass Léa Vandievoet die Tochter eines Generals sei: Episode oder Gefahr? Die Naumann-Affäre. (Diss. phil. FU Berlin 2012, S. 26) : "Lea Lucht, die Tochter des belgischen Generals Dievoet".
  8. Léa-Mathilde Vandievoet war die Tochter von Nicolas Martin Vandievoet, Typograf, geboren in Schaarbeek (Brüssel) dem 4 Februar 1883, und von Marie Octavie Marthe Pensis, geboren in Nethen, dem 29 Dezember 1886, Tochter von Louis-Joseph Pensis (1854–1907), Bauer und Viehhändler, und von Mathilde Marie Vandenplas (1853–1925).
  9. Beate Baldow rechnet Frau Lucht zum "inneren Kreis" der konspirativen Gruppe Episode oder Gefahr? Die Naumann-Affäre. Diss. phil. FU Berlin 2012, S. 313
  1. Vorfahren:
    I. Henri Van Dievoet, Gärtner in Schaerbeek, heiratete am 26. August 1788 Jeanne Van Nerom und hatte mehrere Kinder, darunter:
    II. Henri Vandievoet, geboren am 23. Februar 1798 in Schaerbeek, gestorben am 25. März 1863 in Schaerbeek, verheiratet am 17. Februar 1827 in Schaerbeek, Barbe Pissoort, geboren am 27. Januar 1794 in Schaerbeek, gestorben 1865, Tochter von Henri Pissoort und Anne Marie Van Assche . Von welchem:
    III. Égide Vandievoet, Landwirt, geboren am 11. März 1832 in Schaerbeek, gestorben am 4. Dezember 1863 in Schaerbeek, rue des Meuniers, 11, verheiratet mit Marie Vandeneynde, Hausfrau, gestorben am 27. August 1866 in Schaerbeek. Darunter:
    IV. Barthélémy Vandievoet, Typograf, Drucker, geboren am 17. Oktober 1863 in Schaerbeek, verheiratet am 4. September 1884 in Schaerbeek, Antoinette Schoonejans, Leinenarbeiterin, geboren am 8. September 1865 in Brüssel, Tochter von Jacques Schoonejans und Marie Vanophem. Von welchem:
    V. Nicolas Martin Vandievoet, Typograf, Drucker, rue du Pavillon, 81, in Schaerbeek, geboren am 4. Februar 1866 in Schaerbeek, verheiratet am 17. Juli 1909 in Saint-Gilles (Brüssel), Marie Octavie Marthe Pensis, geboren am 29. Dezember in Nethen, 1886, Tochter von Louis Joseph Pensis (1854–1907), Landwirt und Viehhändler, und Mathilde Vandenplas (1853–1925). Von welchem :
    VI. Léa Mathilde Vandievoet, geboren in Saint-Gilles (Brüssel), am 27. März 1910, verheiratet mit Herbert Lucht.