Hermeneutische Wissenssoziologie
Die hermeneutische Wissenssoziologie oder sozialwissenschaftliche Hermeneutik ist eine Methode der qualitativen Sozialforschung. Sie geht im Wesentlichen auf die Arbeiten von Hans-Georg Soeffner zurück und wurde u. a. von Ronald Hitzler, Anne Honer, Hubert Knoblauch, Jo Reichertz, Bernt Schnettler und Norbert Schröer weiterentwickelt und ausdifferenziert. Die Methode verfolgt das Ziel, die gesellschaftliche Bedeutung jeder Form von Interaktion (sprachlicher wie nichtsprachlicher) und aller Arten von Interaktionsprodukten (etwa Kunst, Religion, Unterhaltung) zu (re)konstruieren.
Die hermeneutische Wissenssoziologie basiert auf den wissenssoziologischen Prämissen, die Peter L. Berger und Thomas Luckmann in Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit vertreten und übt dabei Kritik an der objektiven Hermeneutik. Sie ist zudem durch die sozialphänomenologischen Forschungstradition geprägt.