Herzogtum Bretagne
| Herzogtum Bretagne | |||||
| Dugelezh Breizh (bretonisch) Duché de Bretagne (französisch) | |||||
| 939–1532 | |||||
| |||||
| Amtssprache | Bretonisch, Toskanisch und Französisch | ||||
| Hauptstadt | Nantes (de facto) | ||||
| Staats- und Regierungsform | Herzogtum | ||||
| Errichtung | 939 | ||||
| Endpunkt | 1532 | ||||
Das Herzogtum Bretagne (bretonisch Dugelezh Breizh, französisch Duché de Bretagne) war ein mittelalterlicher Feudalstaat im Nordwesten Frankreichs in der Bretagne. Er entstand im 9. Jahrhundert als weitgehend unabhängiges Gebiet der Bretonen und behauptete über mehrere Jahrhunderte eine souveräne Stellung zwischen den Monarchien Frankreich und England. Die Herzöge der Bretagne regierten nominell als Vasallen der französischen Krone, übten jedoch faktisch umfassende Eigenmacht aus, prägten eigene Münzen und unterhielten diplomatische Beziehungen. In seiner Anfangszeit war das Herzogtum politisch instabil, da die Herzöge außerhalb ihrer eigenen Ländereien nur über begrenzte Macht verfügten. Es unterhielt wechselhafte Beziehungen zum benachbarten Herzogtum Normandie, verbündete sich manchmal mit der Normandie und geriet zu anderen Zeiten, wie beispielsweise während des Bretonisch-Normannischen Krieges im 11. Jahrhundert, in einen offenen Konflikt. In der Folgezeit wurde die Bretagne zu einem Zankapfel zwischen England und Frankreich, so während des Bretonischen Erbfolgekrieges, bei dem verschiedene Fraktionen von England und Frankreich unterstützt wurden. 1532 wurde das Herzogtum vertraglich mit Frankreich vereinigt, behielt aber bis zur Französischen Revolution gewisse Sonderrechte.