Hildegard-Medizin

Der Begriff Hildegard-Medizin wurde 1970 von dem Arzt Gottfried Hertzka eingeführt, der sich auf Schriften der heiligen Hildegard von Bingen berief. Die Verbreitung der Hildegard-Medizin, deren Zusammenhang mit Hildegards Werken in weiten Teilen umstritten ist, konzentriert sich auf den deutschen Sprachraum, vor allem auf Österreich und Deutschland.

In einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2003 gaben 3 Prozent der befragten Deutschen an, Hildegard-Medizin anzuwenden. Sie wird der traditionellen europäischen Medizin (TEM) zugerechnet und in manchen Kuranstalten angewandt.

Die sogenannte Hildegard-Medizin gilt in der Fachwelt überwiegend als modernes, kommerziell motiviertes Konstrukt ohne wissenschaftliche Grundlage. Historiker und Mediziner kritisieren anachronistische Zuschreibungen sowie eine fehlende quellenmäßige Absicherung; zudem fehlen belastbare klinische Wirksamkeitsnachweise.

  1. Deutsche vertrauen alternativer Medizin. Stern-Online-Artikel (vom 7. Januar 2004), im gleichnamigen Printmedium erschienen im Heft 3/2004.