Histaminintoleranz

Unter einer Histaminintoleranz (auch Histaminunverträglichkeit) versteht man die Unverträglichkeit von Histamin, das mit der Nahrung aufgenommen wird. Patienten mit vermuteter Unverträglichkeit geben nach Aufnahme histaminreicher Nahrung verschiedene, oft unspezifische und nicht reproduzierbare Symptome an, die üblicherweise Ähnlichkeit mit allergischen Reaktionen haben und sich von diesen oder pseudoallergischen Symptomen kaum unterscheiden lassen.

Der Begriff „Histaminintoleranz“ wurde an den Begriff Laktoseintoleranz angelehnt; ob die Ursachen für diese Unverträglichkeiten auf Histamin zurückzuführen sind oder andere Krankheitsbilder hierfür verantwortlich sind, ist umstritten. Histaminintoleranz wird bei der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD) nicht als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt. Abzugrenzen sind Histaminvergiftungen, die sich nach Aufnahme ausreichender Mengen Histamins (0,1–1 Gramm) innerhalb von Minuten bis Stunden symptomatisch äußern.

  1. S1-Leitlinie Vorgehen bei Verdacht auf Unverträglichkeit gegenüber oral aufgenommenem Histamin der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie. In: AWMF online (Stand 2021)
  2. Fabiana Zingone et al.: Myths and Facts about Food Intolerance: A Narrative Review. In: Nutrients. Band 15, Nr. 23, 30. November 2023, S. 4969, doi:10.3390/nu15234969, PMID 38068827 (englisch).