Juristische Hochschule des MfS
| Juristische Hochschule des MfS — XX — | |
|---|---|
| Aktivität | 1951 bis 1990 |
| Trägerschaft | MfS |
| Ort | Eiche-Golm |
| Land | DDR |
| letzter Rektor | Willi Opitz |
| Mitarbeiter | 758 (Stand Oktober 1989) |
Die Juristische Hochschule des MfS (offiziell und zur Tarnung: Juristische Hochschule Potsdam; abgekürzt JHS) war eine geheime Bildungseinrichtung für Angehörige des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR. Sie wurde am 16. Juni 1951 als Schule des MfS gegründet und erhielt am 16. Februar 1965 den Status einer Hochschule für die juristische Ausbildung. Im November 1989 erfolgte die letzte Umbenennung in Hochschule des Amtes für Nationale Sicherheit.
Die JHS des MfS bildete nicht nur „operative Kader“, sondern auch leitende und mittlere leitende Kader und ihr Lehrpersonal aus. Die Ränge im MfS waren, wie in militärischen oder polizeilichen Strukturen, hierarchisch aufgebaut, schworen bei der Einstellung den Eid auf die Fahne der DDR und unterstanden militärischem Disziplinarrecht.
Die Stasi rekrutierte gezielt junge Menschen: Kandidaten waren mindestens 18, für den operativen Dienst mindestens 21 Jahre alt und durften nicht älter als 35 Jahre sein, um eine langfristige Loyalität und Dienstbereitschaft sicherzustellen.
Absolventen eines Studiums an der JHS waren an einem weißen Absolventenabzeichen an ihrer Uniform zu erkennen. Absolventen, die ihre Erstausbildung mit einem Diplom abschlossen, traten in der Regel mit einem Offiziersrang als Leutnant in den Dienst. Bereits erfahrene Kader, die als Hauptmann oder Major zur JHS delegiert wurden, konnten durch weiterführende Lehrgänge oder ein Zusatzstudium die Qualifikation für höhere Positionen und Dienstgrade bis hin zum Oberstleutnant oder Oberst erwerben.
Die JHS des MfS war kein rechtswissenschaftliches Ausbildungs- und Forschungsinstitut, sondern eine akademisierte Geheimdiensteinrichtung des Ministeriums für Staatssicherheit mit sehr starker ideologischer Ausrichtung und wird daher von dem Historiker Kowalczuk als eine der Ideologie-Hochschulen der DDR eingeordnet. Im Rahmen der Wende stellte sie im Januar 1990 ihre Tätigkeit ein.
- ↑ Aus- und Weiterbildung. In: www.uni-potsdam.de. Abgerufen am 7. September 2025.
- ↑ Jens Gieseke: Anatomie der Staatssicherheit. Geschichte, Struktur und Methoden – MfS-Handbuch –. In: www.bundesarchiv.de. 2022, S. 9, abgerufen am 23. August 2025.
- ↑ Jens Gieseke: Anatomie der Staatssicherheit. Geschichte, Struktur und Methoden – MfS-Handbuch –. In: www.bundesarchiv.de. 2022, S. 13, abgerufen am 23. August 2025.
- ↑ Jens Gieseke: Die Stasi 1945–1990. In: www.bundesarchiv.de. Abgerufen am 17. Juli 2025.
- ↑ Günter Förster: Die Juristische Hochschule des MfS (MfS-Handbuch) (PDF) Hrsg.: BStU. Berlin 1996, ISBN 3-942130-22-X.
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- ↑ Günter Förster: Die Juristische Hochschule des MfS (MfS-Handbuch). (PDF) Hrsg.: BStU. Berlin 1996, S. 36