Hohenrain-Verlag

Der Hohenrain-Verlag und sein Vorgänger- und ehemaliges Mutterunternehmen, der Grabert Verlag, sind bzw. waren große Verlage des deutschen Rechtsextremismus. Der Grabert Verlag gilt als „Standard-Verlag der Holocaustleugner“. Sie gingen aus dem Verlag der deutschen Hochschullehrer-Zeitung hervor, den Herbert Grabert 1953 in Tübingen gründete. Dessen Sohn Wigbert Grabert übernahm 1972 die Verlagsleitung und wurde nach dem Tod seines Vaters 1978 auch Verlagseigentümer. Anfang 2013 übergab er die Leitung des Verlags seinem Sohn Bernhard Grabert, der seither alleiniger Geschäftsführer der Hohenrain-Verlag GmbH ist.

Der Verlagskomplex verbreitet seit seiner Gründung vor allem dem Geschichtsrevisionismus zugeordnete Literatur. Mehrfach wurden Bücher aus den Verlagsprogrammen wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Verunglimpfung Verstorbener eingezogen und/oder von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) indiziert. Das Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg zählte den Grabert Verlag 2012 zu den ältesten und „bedeutendsten organisationsunabhängigen rechtsextremistischen Verlagen in Deutschland“.

  1. Anna Hunger: Gut vernetzt – Der Kopp-Verlag und die schillernde rechte Publizistenszene. In: Stephan Braun, Alexander Geisler, Martin Gerster (Hrsg.): Strategien der extremen Rechten: Hintergründe – Analysen – Antworten. 2. aktualisierte und erweiterte Auflage, Springer Fachmedien, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-01983-9, S. 429
  2. Anton Maegerle: Braune Festschrift für altgedienten Jubilar. In: Kontext: Wochenzeitung, Ausgabe 187, 29. Oktober 2014.
  3. Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg Verfassungsschutzbericht 2011 (PDF, S. 106)