Hostienwunder
Unter einem Hostienwunder versteht man ein eucharistisches Wunder, das unerklärte Erscheinungen an einer konsekrierten Hostie beinhaltet. Die häufigsten Erzählungen über Hostienwunder seit dem 12. Jahrhundert sind Berichte über Bluthostien, an denen sich auf wunderbare Weise Blut gezeigt haben soll.
Die Erscheinungen werden oft im Zusammenhang mit ritueller Nachlässigkeit, mit Glaubenszweifeln oder mit angeblichem Hostienfrevel beschrieben, der oft Juden zur Last gelegt wurde. Hostienwunder waren daher immer wieder Anlass für antijüdische Pogrome, beispielsweise in Röttingen (1298), Pulka (1338), Deggendorf (1338) und Sternberg (1492).