Ištar

Ištar oder Ischtar, sumerisch Inanna (Sumerogramm: dMÙŠ), ist der akkadische Name einer in Mesopotamien verehrten Gottheit. Ihr wurden viele verschiedene Attribute und zahlreiche Tempelbauten zugeschrieben. Besondere Bekanntheit hat das Ištar-Tor in den Mauern von Babylon durch dessen Rekonstruktion im Pergamonmuseum (Berlin) erlangt.

Dieser Gottheit ist der Planet Venus zugeordnet. Sie wurde als Göttin des (sexuellen) Begehrens wie auch als Kriegsgottheit verehrt. Sie galt als Tochter von Sin und Schwester von Šamaš. Manche halten sie für die wegen ihrer vielfältigen und vielschichtigen Gestalt am schwierigsten zu erfassende Göttin des sumerischen und akkadischen Pantheons, für andere stellt Ištar ein Paradox dar, da sie – nach heutigem Verständnis – gegensätzliche Eigenschaften in gleicher Person vereint.

  1. Dietz-Otto Edzard: Mesopotamien: Die Mythologie der Sumerer und Akkader. In: Hans Wilhelm Haussig (Hrsg.): Götter und Mythen im Vorderen Orient (= Wörterbuch der Mythologie. Abteilung 1: Die alten Kulturvölker. Band 1). Klett-Cotta, Stuttgart 1965. 2. Auflage, ebenda 1983, ISBN 3-12-909810-0, S. 81.
  2. Rivkah Harris: Inanna-Ishtar as Paradox and a Coincidence of Opposites. In: History of Religions, Band 30/3, 1991, S. 270.