Iatromathematik

Die Iatromathematik (von griechisch ἰατρός iatros, „Heiler, Arzt“; und zu μάθημα mathēma, „Wissenschaft, Mathematik“) oder Iatroastrologie, auch als Astromedizin bezeichnet, war ein medizinisches Konzept, beruhend auf der pseudowissenschaftlichen Astrologie und dazugehörigen mathematischen (bzw. komputistischen) Berechnungen. Es wurde davon ausgegangen, dass die Position der Gestirne einen direkten Einfluss auf den menschlichen Körper und dessen Gesundheitszustand bzw. Krankheiten haben. Umgekehrt sollen Ärzte aus der Konstellation der Sterne Krankheitsursachen, das weitere therapeutische Vorgehen und die Heilungsaussichten ziehen können.

Das zugrunde liegende antike Konzept ist die Melothesie (altgriechisch μελοθεσία melothesia), die Entsprechung von Körperteilen und deren Erkrankungen mit den Einflüssen bestimmter Tierkreiszeichen und Planeten. Diese Entsprechungen wurden ab dem Mittelalter vielfach im sogenannten Homo signorum visualisiert. Wie die Iatromagie verlor die Iatroastrologie im Verlauf des 17. Jahrhunderts ihren Einfluss.

  1. Wolfgang U. Eckart: Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin. In: SpringerLink. 2021, S. 72, doi:10.1007/978-3-662-63425-7.