Instrumentenlandesystem
Das Instrumentenlandesystem (engl. Instrument Landing System, ILS) ist ein bodengestütztes Flugnavigationsfunksystem (Aeronautical Radio Navigation System, ARNS), das von der ICAO seit 1950 für die weltweite Nutzung für Präzisionsanflüge (engl. Precision Approach) standardisiert ist. ILS-Systeme ermöglichen Piloten bei Tag und Nacht auch unter schlechten horizontalen und/oder vertikalen Sichtverhältnissen die Durchführung von Präzisionsanflügen nach Instrument Meteorological Conditions (IMC), sofern die genutzte Landebahn (engl. RunWaY, RWY) für die Anflugrichtung mit einem ILS der erforderlichen Kategorie (CAT, von engl. Category) ausgerüstet ist.
Ein ILS-System besteht dabei aus folgenden Komponenten:
- ILS-LocaLiZer (ILS-LLZ, 10° Breite) und den hierzu notwendigen Monitorempfängern für die horizontale Führung eines Luftfahrzeuges referenziert auf die verlängerte Landebahn-Mitte. Der ILS-LLZ strahlt dabei folgende Signale ab:
- ILS-LLZ-Course-Signale (dt. ILS-Kurssignal) zur Führung zwischen max. ±10° bezogen auf die verlängerte Landebahn-Mitte mit bis zu 25 NM Reichweite
- ILS-LLZ-Clearance-Signale zur Führung zwischen +10° und max. +35° sowie −10° und max. −35° bezogen auf die verlängerte Landebahn-Mitte mit bis zu 17 NM Reichweite
- Eine drei- bis vier-stellige Id (en. Identification, dt. Identifikation oder Kennung) im internationalen Morsecode
- optional einen Voice-Channel auf dem z. B. das ILS identifziert wird, z. B. „This is Frankfurt twenty five left“ beim ILS 25L in Frankfurt am Main.
Optional können ILS-LLZ außerhalb von ±35° bezogen auf die verlängerte Landebahn-Mitte auch noch folgende, weitere Signale abstrahlen, die zur Führung zum ILS-LLZ dienen:
- „Out Of Course Clearance“-Signale bis ±180° bezogen auf die verlängerte Landebahn-Mitte mit bis zu 10 NM (ursprünglich 17 NM) Reichweite.
- Back Course, für den jedoch ICAO, anders als beim „ILS-LLZ only“, Anflugverfahren (also ohne ILS-GP) keine Standardisierung von Anflugverfahren vorsieht. In der Anzeige auf dem ILS-Indicator sind im Back-Beam die Anweisungen „Fliege links“ und „Fliege rechts“ vertauscht, da die 90-Hz- und 150-Hz-Information im Back-Beam ebenfalls vertauscht sind. Die Nutzung des Back-Course eines ILS-LLZ ist nicht von ICAO standardisiert und kann nur als Anflughilfe verwendet werden und auch nur dann wenn der ILS-Empfänger und -Indicator über die Möglichkeit verfügt, damit durch Drücken des (sofern vorhandenen) B/CRS-Buttons die 90-Hz- und 150-Hz-Information vertauscht wird. Nur so kann die Kursinformation des ILS-LLZ korrekt genutzt werden. Zeitweise wurde auf diese Weise das optional abgestrahlte Back-Beam-Signal eines ILS-LLZ für einen Quasi-„ILS-LLZ Only“-Anflug verwendet, wenn für die benötigte Anflugrichtung kein ILS-LLZ zur Verfügung steht. Eine solche Nutzung kommt weltweit noch vereinzelt zur Nutzung, in Europa jedoch nicht mehr.
- ILS-Glide-Path (ILS-GP) und den hierzu notwendigen Monitorempfängern für die vertikale Führung auf einem vorgegebenen Gleitwinkel bis zum Aufsetzpunkt auf der Landebahn. Der Gleitwinkel kann zwischen 2° und 4° bezogen auf die Horizontale liegen, wobei aber nur wenige ILS nicht einen Gleitwinkel um die 3° nutzen. Der ILS-GP strahlt dabei bezogen auf den Aufsetzpunkt und ±8° bezogen auf die verlängerte Landebahnmitte mit bis zu 10 NM nutzbarer Reichweite ab. Abweichend von ICAO-Vorgaben gibt es in Frankfurt am Main und München ILS-GP, die auch bis 15 NM für Anflugverfahren freigegeben sind. Anmerkungen: ILS-Glide-Path ist die von ICAO seit 1950 in ICAO Annex 10 (derzeit Annex 10 Volume I) und auch in der EUROCAE MOPS ED47B verwendete Bezeichnung, während in US-Dokumenten von ARINC und RTCA für ILS-GP-Empfänger die Bezeichnung ILS-Glide Slope, abgekürzt ILS-GS, oder kurz G/S verwendet wird.
Zur Erkennung des Abstandes bis zum Aufsetzpunkt werden entweder je ein
- Outer Marker (OM) im Abstand von 7200 m ±300 m zum Aufsetzpunkt, der vertikal nach oben strahlt und nur beim Überflug empfangbar ist.
- Middle Marker (MM) im Abstand von 1050 m ±150 m zum Aufsetzpunkt, der vertikal nach oben strahlt und nur beim Überflug empfangbar ist.
- Inner Marker (IM) kurz vor der Landebahnschwelle sind zwar noch standardisiert, finden aber, wenn überhaupt noch, so gut wie gar nicht mehr Verwendung,
und/oder
- NDB können an den Standorten der OM und MM zusätzlich als Compass Locator (LO) für Approach- und Departure-Flugverfahren aufgebaut sein. Compass Locators haben Reichweiten zwischen 10 NM (18,5 km) und 25 NM (46,3 km).
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- ↑ Nr.2
- AIP Germany. (dfs.de).
- ↑ EUROCAE, ED-47B am.1, Minimum Operational Performance Specifications for Airborne ILS Glide Path Receiving Equipment Receiving Equipment, 1997.July.
- ARINC Characteristic 710, Mark 2 Airborne ILS-Receiver, 1978.May.03.
- ↑ Nr. 3.3
- ↑ RTCA DO-192, Minimum Operational Performance Standards for Airborne ILS Glide Slope Receiving Equipment Operating within the Radio Frequency Range of 328.6 - 335.4 MHz, 1986.July.18.
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- ↑ Fig.14
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- ↑ Nr. 3.4