Integrationsraum

Integrationsraum (abgeleitet von lat. integer = ganz, „Integration“) ist ein Konzept der psychosomatischen Medizin und geht auf Thure von Uexküll zurück. Es handelt sich um ein Modell der Einheit von Seele und Körper. In kürzester Form definiert ist Integration die Verschmelzung von zwei oder mehr Teilen zu einem Ganzen. Damit diese Verschmelzung zu einem organischen Ganzen auf höherer Ebene führt, ist eine gewisse Differenzierung der Teile unerlässlich. Gegenüberzustellen ist der Integrationsraum den reduktionistischen und z. T. auch den analytischen Modellen. Unabhängig vom Begriff des Integrationsraums haben sich in synonymer Bedeutung die Begriffe Integrationspsychologie und Integrationstypologie eingebürgert, mit denen die Einheit von Persönlichkeit und Umwelt bezeichnet wird, einer Einheit, die natürlich auch gestört sein kann, siehe Abb. Auch der Begriff der ›Umwelt‹ hat eine mit ›Integrationsraum‹ gemeinsame topologische Bedeutung, auf die Thure von Uexküll im Zusammenhang mit der biostrukturellen Eigenwelt (Anatomie, Histologie, Biochemie) hinweist.

    1. S. 128, 131, 224 f., 229 ff., 234 f. zu Stw. „Übersicht aller hauptsächlichen Stellenangaben“;
    2. S. 230, 233 ff. zu Stw. „Umwelt als soziale Umgebung (Sozietät)“;
    1. S. 275 zu Lemma „Integration“
    1. S. 451, § 704 zu Kap. „Differenzierung“
    1. Sp. 376 zu Lemma „Differenzierung“, Stw. „notwendige Integration“
  1. F. A. Brockhaus: Das große Fremdwörterbuch. Brockhaus Enzyklopädie, Leipzig 2001, ISBN 3-7653-1270-3, S. 628.