Interesse (Politikwissenschaft)
Unter Interesse (von lateinisch interesse „dabei sein“) versteht man in der Politikwissenschaft das Bestreben, individuelle oder kollektive Bedürfnisse zu befriedigen, zuallererst das Grundbedürfnis zu überleben. Die Kategorie Interesse verweist auf ein Ziel oder einen Vorteil, den sich eine Person oder Personengruppe aus einer Sache verspricht oder erhofft. So verfolgen etwa Interessengruppen eigene Ziele, oft wirtschaftlicher Art.
Der Begriff ist für die sozialwissenschaftlicher Empirie und Theoriebildung zentral, weil davon ausgegangen wird, dass Menschen immer von ihren Interessen geleitet handeln. Insofern gilt er nachgerade als „genuin anthropologische Kategorie“.
Das Problem mehrerer in einer Person existierender, sich aber widersprechender Interessen bezeichnet man als Interessenkonflikt.
- ↑ Der Kleine Stowasser: Lateinisch-deutsches Schulwörterbuch.
- ↑ Joachim Detjen: Interesse. In: Everhard Holtmann (Hrsg.): Politik-Lexikon. 3. Auflage, Oldenbourg, München 2000, ISBN 978-3-486-79886-9, S. 271–274, hier S. 271.