Internationaler Naturschutz

Internationaler Naturschutz ist ein Eigenbegriff, der Maßnahmen zur Analyse, Bewertung, Management und politische Instrumente zum Schutz von Natur auf internationaler Ebene zusammenfasst. Der Begriff wird sowohl in Politik- und Sozialwissenschaften, als auch in der biologischen Ökologie, der Naturschutzbiologie und dem Naturschutzmanagement gebraucht. Internationaler Naturschutz ist heute ein Bestandteil Globaler Umweltpolitik, wie sie vom UNEP betrieben wird. An Bedeutung hat dieses Feld durch die Auswirkungen des Klimawandels gewonnen, der unter anderem den Verlust an biologischer Vielfalt beschleunigt. Politisch hat der Internationale Naturschutz an Bedeutung gewonnen, als integrierter Teil des Konzepts einer nachhaltigen Entwicklung. Seit der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio ist der Verlust von biologischer Vielfalt als Faktum globaler Bedrohung menschlicher Lebensgrundlagen anerkannt worden. Internationaler Naturschutz ist notwendig, weil Natur Grenzen überschreitet und Naturzerstörung längst globales Ausmaß erreicht hat. Deshalb kann dem nicht allein mit lokalen oder nationalen Aktivitäten begegnet werden.

Während in Deutschland das Bundesnaturschutzgesetz und die Ländergesetze allen Naturschutzaktivitäten einen juristischen Rahmen geben, sind Umweltgesetze in vielen Ländern des Südens unbekannt, oder es werden gesetzliche Regelungen nicht durchgesetzt. Felder des internationalen Naturschutzes sind der Schutz von biologischer Vielfalt (auch Biodiversitätsschutz genannt), internationaler Meeres- und Küstenschutz, Naturschutz in der Entwicklungszusammenarbeit. Informationsaustausch (Clearing-House-Mechanismus) und partizipative Beteiligung der Nutzer von Natur (Access and Benefit Sharing).

In Deutschland ist von staatlicher Seite das Bundesumweltministerium und in der Umsetzung das ihm nachgeordnete Bundesamt für Naturschutz (BfN) für internationalen Naturschutz zuständig.

  1. Martin Uppenbrink in: K.-H. Erdmann (Hrsg.): Internationaler Naturschutz. Springer Verlag 1997, ISBN 3-540-62432-5, S. 327 ff.