Internationaler Währungsfonds
| Internationaler Währungsfonds (IWF) International Monetary Fund (IMF) | |
|---|---|
| Hauptsitz des IWF | |
| Organisationsart | Sonderorganisation |
| Kürzel | IWF, IMF, FMI, МВФ (MWF) |
| Leitung | Kristalina Georgiewa |
| Gegründet | 27. Dezember 1945 |
| Hauptsitz | Washington, Vereinigte Staaten |
| www.imf.org | |
Der Internationale Währungsfonds (IWF; englisch International Monetary Fund, IMF; auch bekannt als Weltwährungsfonds) ist eine rechtlich, organisatorisch und finanziell selbständige Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Washington, D.C., USA.
Hauptaufgabe des IWF ist die Vergabe von Krediten an Länder ohne ausreichende Währungsreserven, die in Zahlungsbilanzschwierigkeiten geraten sind. Weitere Tätigkeitsfelder sind die Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik, Ausweitung des Welthandels, Stabilisierung von Wechselkursen, Überwachung der Geldpolitik und technische Hilfe.
Der IWF und seine Schwesterorganisation Weltbank haben ihren Ursprung im 1944 geschaffenen Bretton-Woods-System fester Wechselkurse, das auf der damals mit Gold gedeckten Leitwährung US-Dollar beruhte. Sie waren als internationale Steuerungsinstrumente geplant, mit denen eine Wiederholung der Währungsturbulenzen der Zwischenkriegszeit und der Fehler des Goldstandards aus den 1920er Jahren verhindert werden sollte. Beide Organisationen werden daher als Bretton-Woods-Institution bezeichnet. Die Kreditvergabe des IWF ist an wirtschaftspolitische Auflagen geknüpft, die die Rückzahlung der Kredite sichern sollen. Anders als der IWF vergibt die Weltbank auch Kredite für spezielle Projekte.
Der IWF hat 191 Mitgliedstaaten, deren Stimmrecht sich an ihrem Kapitalanteil orientiert. Die Mitgliedstaaten mit den größten Stimmanteilen sind: USA 16,49 %, Japan 6,14 %, China 6,08 %, Deutschland 5,31 %, Frankreich 4,03 %, Vereinigtes Königreich 4,03 % und Italien 3,02 %. Von den deutschsprachigen Ländern haben außerdem Belgien 1,30 %, die Schweiz 1,17 %, Österreich 0,81 %, Luxemburg 0,29 % und Liechtenstein 0,05 % Stimmenanteile.
Beschlüsse müssen im IWF mit einer Mehrheit von 85 % getroffen werden. Dadurch verfügen jeweils die USA allein und die EU-Staaten gemeinsam de facto über eine Sperrminorität.
- ↑ Statement by Kristalina Georgieva on Her Selection as IMF Managing Director. International Monetary Fund, 25. September 2019, abgerufen am 18. Januar 2025 (englisch).
- ↑ IWF: About the IMF: History: Cooperation and reconstruction (1944–71) (englisch).
- ↑ IWF, Chronologie (1944–2006): IMF Chronology (englisch).
- ↑ IMF Members' Quotas and Voting Power, and IMF Board of Governors. Abgerufen am 10. August 2025 (englisch).
- ↑ Klaus-Peter Kruber: Internationaler Währungsfonds und Weltbankgruppe. In: bpb.de. Bundeszentrale für politische Bildung, 16. Januar 2012, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 6. Dezember 2021; abgerufen am 18. Januar 2025.
- ↑ Caspar Dohmen: Finanzwirtschaft – Internationaler Währungsfonds und Weltbank. In: bpb.de. Bundeszentrale für politische Bildung, 21. Februar 2024, abgerufen am 18. Januar 2025.