Intrige

Intrige (von lateinisch intricare „in Verlegenheit bringen“), veraltet auch Kabale, Ränke oder Ranküne, bezeichnet eine Handlungsstrategie, mit der einzelne oder Gruppen von Menschen versuchen, anderen Schaden zuzufügen oder sie gegeneinander aufzuhetzen. Der Träger dieser Handlungsstrategie wird als Intrigant bezeichnet.

Der Sinn und Zweck der Intrige kann der persönlichen emotionalen Befriedigung (Schadenfreude, Sadismus) oder persönlichen bzw. gruppeneigenen Vorteilen dienen.

In der sozial- und organisationswissenschaftlichen Forschung wird Intrige auch im Zusammenhang mit strategischer Einflussnahme innerhalb sozialer Gruppen beschrieben. Dabei können Akteure versuchen, durch indirekte oder teilweise verdeckte Handlungen Wahrnehmungen, Beziehungen oder Entscheidungsprozesse zu beeinflussen. Solche Praktiken werden insbesondere in organisationalen oder politischen Kontexten im Rahmen informeller Macht- und Konfliktstrategien untersucht. Intrigantes Verhalten kann dabei auch der Verbesserung der eigenen Position oder Wahrnehmung innerhalb einer Gruppe dienen, ohne notwendigerweise auf eine unmittelbare Schädigung anderer abzuzielen.

  1. Oswald Neuberger: Mikropolitik und Moral in Organisationen – Herausforderung der Ordnung. Stuttgart 2006, ISBN 978-3-8252-2743-2.
  2. Peter von Matt: Die Intrige. Theorie und Praxis der Hinterlist. München 2006.
  3. Helmut Ebert; Manfred Piwinger: Impression Management: Die Notwendigkeit der Selbstdarstellung. In: Manfred Piwinger; Ansgar Zerfaß (Hrsg.): Handbuch Unternehmenskommunikation. Gabler, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-409-14344-8.