Introversion und Extraversion

Extraversion oder Extravertiertheit (fachsprachlich: extravertiert; standard-/umgangssprachlich: extrovertiert) und Introversion (introvertiert) sind zwei entgegengesetzte Pole einer Persönlichkeitseigenschaft. Extraversion-Introversion ist eine Dimension, die sich in den allermeisten faktorenanalytischen Persönlichkeitsmodellen findet. Allgemein gekennzeichnet sind extravertiertere Personen beispielsweise durch mehr Geselligkeit und eine größere Durchsetzungsfähigkeit, aber auch beispielsweise eine positivere Affektivität.

Den Begriff historisch geprägt hat Carl Gustav Jung, der das Merkmal zuerst im Rahmen seiner Typologie beschrieb. Jung bezeichnete damit damals die Richtung einer von ihm angenommenen psychischen Energie. So könne die psychische Energie einer Person - laut Jung- entweder nach außen (extravertiert) oder nach innen (introvertiert) orientiert sein. Heute findet sich der Begriff bzw. das Merkmal auch in anderen Persönlichkeitstheorien, z. B. der von Eysenck oder dem Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeit, auch wenn dort oft etwas (leicht) Anderes darunter verstanden wird.

Statt extravertiert wird (in Analogie zu introvertiert) oft der Ausdruck extrovertiert verwendet. Im Rechtschreibduden ist beides verzeichnet.

Auch wenn im medialen Diskurs oft von "Extravertierten" oder "Introvertierten" gesprochen wird, ist es wichtig zu betonen, dass die moderne Persönlichkeitspsychologie Extraversion als kontinuierlich Dimension begreift ohne klar unterscheidbare Gruppen bzw. Typen.

  1. Duden | extrovertiert | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft. Abgerufen am 30. Juni 2023.
  2. 1 2 Extraversion. In: Dorsch Lexikon der Psychologie. 2022 (dorsch.hogrefe.com [abgerufen am 23. Februar 2026]).
  3. 1 2 Franz J. Neyer, Jens Asendorpf: Psychologie der Persönlichkeit (= Springer-Lehrbuch). 6., vollständig überarbeitete Auflage. Springer, Berlin / Heidelberg 2018, ISBN 978-3-662-54941-4.
  4. Extraversion – Extravertiertheit. In: Online Lexikon für Psychologie & Pädagogik. 28. Oktober 2017, abgerufen am 23. Februar 2026.