Iodblockade

Die Iodblockade ist eine der möglichen Schutzmaßnahmen bei einem schweren kerntechnischen Unfall. In diesem Zusammenhang wird sie auch als „Iodprophylaxe“ oder einfach als „Einnahme von Iodtabletten“ bezeichnet. Unter einer Iodblockade versteht man die vorbeugende Einnahme von stabilem (d. h. nicht-radioaktivem) Iod, um die Aufnahme von radioaktivem Iod in die Schilddrüse zu vermeiden und damit die Entstehung von Schilddrüsenkrebs zu verhindern. Die Einnahme erfolgt gewöhnlich in Form von so genannten „Iodtabletten“, wobei es sich genau genommen um hochdosierte Kaliumiodid- oder Kaliumiodat-Tabletten handelt. Die Iodblockade wird auch gezielt vor Operationen bei der Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt. Man spricht in diesem Zusammenhang von Plummern.

  1. Principles for Intervention for Protection of the Public in a Radiological Emergency. International Commission on Radiological Protection (ICRP), ICRP Publication 63. In: Annals of the ICRP Vol. 22, No. 4, 1991
  2. Criteria for Use in Preparedness and Response for a Nuclear or Radiological Emergency. International Atomic Energy Agency (IAEA), General Safety Guide No. GSG-2, Wien 2011, ISBN 978-92-0-107410-2.