ʿĪsā ibn Maryam
ʿĪsā ibn Maryam (arabisch عيسى بن مريم, DMG ʿĪsā ibn Maryam ‚Jesus, Sohn Marias‘, auch ʿĪsā bin Maryam) ist eine im Koran erwähnte Person, die mit Jesus von Nazaret identifiziert wird, und als Prophet und als unmittelbares Wort Gottes angesehen wird.
Die Darstellung Jesu im islamischen Schrifttum zeigt Gemeinsamkeiten, aber auch bestimmte Unterschiede zu neutestamentlichen Darstellungen und Beschreibungen Jesu Christi: Jesus wird im islamischen Schrifttum als رسول, DMG rasūl ‚Gesandter‘, ein Prophet (der letzte von 24 Vorgängern Mohammeds; arabisch نبي nabī ‚Prophet‘), Wort Gottes und مسيح, DMG masīḥ ‚Gesalbter‘, nicht aber als Sohn Gottes bezeichnet.
- ↑ Vgl. Sure 3:45-46: »Wie da die Engel sprachen: O Maria! Gott / Verheißet dir ein Wort von sich, / Sein Nam’ ist der Messias, Jesus, Sohn Marias, / Geehrt in dieser Welt und in der andern, / Und von den Nahgestellten. / Der redet zu den Menschen in der Wieg’ und als Erwachsner, / Und ist der Guten einer.« (Übersetzung: Friedrich Rückert, Der Koran, hrsg. v. Hartmut Bobzin, Würzburg 2000), sowie Johannes 1,1.14: »Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. / Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingebornen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.« (Übersetzung: Martin Luther, Die Bibel, Wien 1981).
- ↑ Grundform: arabisch مَسَحَ, DMG masaḥa ‚mit der Hand streichen; reinigen; salben‘; vgl. H. Wehr: Arabisches Wörterbuch, Wiesbaden 1968, S. 808 f.
- ↑ Vgl. Theologie des Arianismus.