Islam in Italien

Die Geschichte und Gegenwart des Islams in Italien erstreckt sich vom Mittelalter bis heute.

Das seit der Spätantike christliche Italien kam mit dem expandierenden Islam zuerst im 7. Jahrhundert in Kontakt. Die Araber versuchten immer wieder Vorstöße auf Sizilien und Teile des italienischen Festlands, bis ihnen im 9. Jahrhundert die Errichtung des Emirats von Sizilien, des Emirats von Bari sowie weiterer Herrschaftsgebiete gelang. Die intensivste Präsenz erlebte Sizilien. Teile der Insel standen bis zu 250 Jahre unter arabisch-muslimischer Herrschaft. Im 9. Jahrhundert gab es einen kurzzeitigen, punktuellen Versuch eines muslimischen Brückenkopfes an der Küste Apuliens. Im 13. Jahrhundert gab es ebendort in Lucera eine kurzzeitige Zwangsansiedlung von Muslimen. Seit dem 11. Jahrhundert kam die muslimische Herrschaft in Italien an ihr Ende.

Die heute in Italien lebenden 1,2 Millionen Muslime stehen in keiner Kontinuität zu den mittelalterlichen Angriffen oder Herrschaftsbestrebungen auf Sizilien. Ihre Einwanderung begann bis auf geringe Ausnahmen erst ab 1990.

Sie machen ca. 2 Prozent der 60 Millionen Bewohner Italiens aus, weniger als etwa in Großbritannien (2–3 Millionen), Deutschland (4,3 Millionen) oder Frankreich (4–5 Millionen). Mindestens 150.000 von ihnen leben ohne gültige Aufenthaltspapiere in Italien, Schätzungen kirchlicher und Menschenrechtsgruppen gehen von weiteren 250.000 illegalen muslimischen Immigranten aus.

Etwa 50.000 Muslime in Italien haben die italienische Staatsbürgerschaft, darunter wenige Konvertiten. Einer der bekanntesten Konvertiten ist heute Torquato Cardilli, Italiens ehemaliger Botschafter in Saudi-Arabien.

  1. Italy Recalls Muslim Ambassador. In: Arab News. 4. April 2003, abgerufen am 20. August 2025 (englisch).