Italienfeldzug (Erster Koalitionskrieg)

Der Italienfeldzug war eine Serie militärischer Operationen der französischen Revolutionsarmee gegen Österreich und dessen Verbündete im Rahmen des Ersten Koalitionskriegs von 1796 bis 1797. Unter dem Kommando des jungen Generals Napoleon Bonaparte zog die französische Armee ab März 1796 in Norditalien ein, mit dem Ziel, die Habsburger Vorherrschaft zu brechen, das Königreich Sardinien-Piemont zu besiegen und die französische Position am Mittelmeer zu stärken. Zu Beginn des Feldzugs besiegte Napoleon zunächst die piemontesischen und österreichischen Truppen in einer Reihe von schnellen und überraschenden Schlachten, darunter Montenotte, Millesimo und Mondovì. Das Königreich Sardinien-Piemont wurde dadurch im April 1796 zum Abschluss eines Waffenstillstands und wenig später zum Friedensschluss gezwungen. Im Anschluss wandte sich Bonaparte gegen die österreichische Armee unter Feldmarschall Beaulieu und drängte diese mit Siegen bei Lodi und Castiglione weiter nach Osten zurück.

Im Herbst 1796 versuchten die Österreicher mehrmals, die Belagerung der strategisch wichtigen Festung Mantua aufzuheben, wurden jedoch in den Schlachten von Arcole und Rivoli erneut von Napoleon geschlagen. Nach der Kapitulation Mantuas im Februar 1797 setzte Napoleon seinen Vormarsch nach Norden fort und bedrohte Österreich selbst. Die österreichischen Truppen mussten sich nach Innerösterreich zurückziehen. Der Italienfeldzug endete im Oktober 1797 mit dem Frieden von Campo Formio, in dem Österreich weite Teile Norditaliens, darunter die Lombardei und das linke Ufer des Rheins, an Frankreich abtreten musste. Der Feldzug festigte Napoleons Ruf als überragender Feldherr, führte zur Gründung von Schwesterrepubliken in Italien und veränderte die politische Landkarte Europas nachhaltig.