Italienische Kriege

Als Italienische Kriege, auch Italienkriege oder Renaissance-Kriege (italienisch grandi guerre d’Italia, altertümlich auch Guerre horrende de Italia, „Große bzw. Schreckliche Italienkriege“) wird eine Reihe von Kriegen bezeichnet, die zwischen 1494 und 1559 zu einem großen Teil auf dem Gebiet des heutigen Italiens ausgetragen wurden. Die Schlachtfelder befanden sich neben Italien auch in Nordfrankreich und den Vereinigten Niederlanden. Neben fast allen italienischen Staaten und europäischen Großmächten war auch das Osmanische Reich daran beteiligt.

In wechselnden Bündnissen wurden unterschiedliche Kriegsziele verfolgt. Die Kriege entzündeten sich zunächst an einem dynastischen Machtkonflikt um das Königreich Neapel und weiteten sich ab 1516 zu einem europäischen Machtkampf zwischen dem französischen Königshaus Valois und den Habsburgern um die Vorherrschaft in Europa aus. Dieser habsburgisch-französische Gegensatz war in Folge für 240 Jahre ein bestimmendes Element der europäischen Politik. Die Italienkriege endeten indes 1559 im Frieden von Cateau-Cambrésis zugunsten des habsburgischen Spanien.

  1. Der Ausdruck wurde von Niccolò Machiavelli verwendet; vgl. Ruggiero Romano, Corrado Vivanti (Hrsg.): Storia d’Italia. Einaudi, Turin 1972, S. 373.