Italo-Keltisch

Als Italo-Keltisch bezeichnet die vergleichende Sprachwissenschaft die hypothetische gemeinsamen Vorstufe der italischen und keltischen Sprachen. Beide Sprachfamilien und damit auch das Italo-keltische gehören zum westlichen Zweig der indogermanischen Sprachen. Die Anfänge des Keltischen und Italischen werden meist auf Mitte/Ende des 2. Jahrtausends datiert, eine etwaige italo-keltische Zwischenstufe entsprechend früher, am ehesten in die erste Hälfte des zweiten Jahrtausends vor Christus. Angaben zur Lokalisierung finden sich in der Literatur nur wenige; genannt wird das heutige Süddeutschland, Böhmen und Österreich. Grundlage der Rekonstruktion des Italo-Keltischen sind mehrere spezifische morphologische Gemeinsamkeiten der keltischen und italischen Sprachen, die kaum durch Entlehnung, aber organisch durch eine Phase der gemeinsamen Entwicklung zu erklären sind.