Jōkamachi

Jōkamachi (japanisch 城下町, wörtlich: „Stadt unterhalb der Burg“, auch „Burgstadt“) ist die Bezeichnung der während der Edo-Zeit als Verwaltungszentrum eines Lehens (Han) dienenden Städte in Japan. Dabei musste nicht jede Jōkamachi – entgegen dem Wortlaut des Begriffes – tatsächlich über eine Burg verfügen.

  1. T. G. Tsukahira: Feudal Control in Tokugawa Japan, Cambridge (Massachusetts), 1970 nach Gutschow zitiert auf S. 118, nach dem das Taisei bukan (Vollständige Liste der Landesfürsten) des Jahres 1853 265 Jōkamachi auflistet, von denen 158 Städte mit Burg, 7 Städte ohne Burg, doch den Burgstädten im Rang gleichgesetzt, und 100 Städte ohne Burg waren.
  2. In Japan selbst versteht man unter Jōkamachi ausschließlich Städte mit einer Burg. Die Mehrdeutigkeit kommt zustande, wenn nicht genau unterschieden wird zwischen:
    1. Liste der Han (z. B. im Jahre 1868),
    2. Liste der Burgen
    3. Liste der Städte mit Burg der größeren Lehen,
    4. Liste der Städte ohne Burg der kleinen Lehen. Dort begnügte man sich mit einem Festen Haus (陣屋, jin’ya),
    5. Liste der Zusatztitel der Daimyo, wie (城主, jōshu, dt. Burgherr).
    Siehe z. B. Yamori Kazuhiko: Jokamachi. Gakuseisha 1972, ISBN 4-311-40301-1