J̌ebe Noyan

J̌ebe oder J̌ebe Noyan (mittelmongolisch: ᠵᠡᠪᠡ ᠨᠣᠶᠠᠨ, J̌ebe Noyan; mongolisch (modern): Зэв ноён, Zev Noyon; chinesisch: 哲別 那顏, Zhébié Nuóyán; * um 1180 in der heutigen Mongolei; † vermutlich 1223 in der heutigen Ukraine) war einer der bedeutendsten adligen Führer des frühen Mongolischen Reichs unter Dschingis Khan. Sein Geburtsname war J̌irqo'adai, den Spitznamen J̌ebe (mongolisch für Waffe, Pfeil), unter dem er berühmt wurde, verlieh ihm Dschingis Khan selbst. Als Führer eines Tümen (10.000 Haushalte mit je einem rekrutierbaren Soldaten), bekleidete er den Rang eines Noyan (wörtlich: Prinz, Herr; vergleichbar dem englischen Sir) und führte diesen Titel als Beinamen.

J̌ebe gilt als einer der fähigsten Feldherren Dschingis Khans, der sich durch zahlreiche erfolgreiche Kampagnen, vor allem während der Eroberungsfeldzüge gegen China und Zentralasien, hervortat und 1223 zusammen mit Sube'etai Ba'atur bis nach Osteuropa vordrang.

  1. Es existiert kein einheitliches System zur Transliteration der Eigen- und Ortsnamen aus der Zeit des Mongolischen Weltreichs. Dementsprechend finden sich in den Publikationen zum Thema unterschiedliche Schreibweisen auch des Namens J̌ebe Noyans (Jebe, Jäbä, Yeme, Dschebe, Chêpieh).
    Wir folgen in der Schreibweise J̌ebe Noyan, ebenso wie bei den Schreibungen anderer mongolischer Namen und Bezeichnungen, Manfred Taubes Übersetzung der Geheimen Geschichte der Mongolen (Kiepenheuer, Leipzig / Weimar 1989), sofern sich keine standardisierten Schreibweisen im Deutschen finden, wie etwa im Falle Činggis Qans.
  1. Igor de Rachewiltz: The Secret History of the Mongols: A Mongolian Epic Chronicle of the Thirteenth Century. 2 Bände. Brill, Leiden 2004, S. 537, Kommentar (englisch).
  2. Timothy May: The Mongol Art of War. Pen and Sword, Barnsley 2007, S. 92–93 (englisch).