James Mellaart

James Mellaart (* 14. November 1925 in London; † 29. Juli 2012 in Islington, London) war ein britisch-niederländischer Prähistoriker und Archäologe. Von 1959 bis 1961 amtierte er als stellvertretender Direktor des British Institute of Archaeology at Ankara (BIAA); anschließend wirkte er bis 1963 als Dozent für Prähistorische Archäologie an der Universität Istanbul. 1964 wurde er Dozent für Anatolische Archäologie am Institute of Archaeology des University College in London, wo er bis zu seiner Emeritierung 1991 tätig war. Mellaart erweiterte durch die Entdeckungen von Hacılar, Beycesultan und Çatalhöyük erheblich den Kenntnisstand über die neolithischen Gesellschaften Anatoliens und prägte die Perspektiven der Prähistorischen Archäologie nachhaltig.

Im Verlauf seiner Karriere entwickelte Mellaart jedoch ein umfassendes System von Fälschungen, um seine oft spekulativen Deutungen zu stützen. Dabei gebrauchte er sein großes wissenschaftliches Ansehen gezielt, um diesen Konstruktionen den Anschein von Glaubwürdigkeit zu verleihen, wodurch in der Rückschau auch seine tatsächlichen Leistungen entwertet werden. Zwar führten seine Manipulationen unter Fachkollegen zu Misstrauen und behinderten punktuell auch seinen weiteren Karriereverlauf, doch wurde das volle Ausmaß seines Vorgehens bis zu seinem Tod – nicht zuletzt aufgrund systematischer institutioneller Verschleierung – nicht publik.