Jean-Marie Collot d’Herbois

Jean-Marie Collot d’Herbois (* 19. Juni 1749 in Paris; † 8. Juni 1796 in Cayenne, Französisch-Guayana) war ein französischer Revolutionär, Schauspieler, Dramatiker und Politiker. Er gehörte zu den führenden Rednern des Jakobinerclubs und war Mitglied des Nationalkonvents sowie des Wohlfahrtsausschusses. Als Gesandter (Représentant du peuple en mission) war er in mehreren Départements tätig.

Nationale Bekanntheit erlangte Collot d’Herbois zunächst als Autor eines Almanachs, der die Prinzipien der konstitutionellen Monarchie für die breite Bevölkerung verständlich machte. Während der Französischen Revolution trat er als Verteidiger zu Unrecht verurteilter Soldaten und als Verfechter der Rechte nicht-weißer Menschen in Erscheinung. Im September 1792 war er der Erste, der im Nationalkonvent die Abschaffung der Monarchie und die Einführung der Republik forderte. Er spielte eine maßgebliche Rolle im politischen Coup gegen Maximilien de Robespierre am 9. Thermidor II. (27. Juli 1794).

Nach der Machtübernahme der Thermidorianer wurde Collot d’Herbois zusammen mit Jacques Nicolas Billaud-Varenne, Bertrand Barère und Marc Guillaume Alexis Vadier für die Politik des Ausnahmezustandes des Jahres II. verantwortlich gemacht. Im Zuge der politischen Säuberungen gegen die verbliebenen Jakobiner und Montagnards wurde er nach dem Aufstand der Sansculotten 1795 ohne Prozess nach Französisch-Guayana deportiert. Dort erkrankte er schwer und starb am 20. Prairial IV (8. Juni 1796) im Militärkrankenhaus von Cayenne.

  1. Michel Biard: Collot d’Herbois. Légendes noires et Révolution. Lyon 1995, S. 199.