Jeanine Áñez

Jeanine Áñez Chávez (* 13. August 1967 in San Joaquín, Beni) ist eine bolivianische Politikerin der kleinen liberal-konservativen Partei Movimiento Demócrata Social. Am 12. November 2019 erklärte sie sich als Vizepräsidentin des Senats zur bolivianischen Präsidentin pro tempore, nachdem bei der Präsidentschaftswahl der Verdacht der Wahlfälschung erhoben und Amtsinhaber Evo Morales ins Exil gezwungen worden war. Die ursprünglich angekündigten Neuwahlen wurden von der Regierung verschoben, später auch begründet mit der COVID-19-Pandemie. Im Oktober 2020 erfolgten Neuwahlen, Áñez Chávez trat vor der Wahl von ihrer ursprünglich angekündigten Kandidatur zurück und ihre Amtszeit endete am 8. November 2020. Sie war nach Lidia Gueiler Tejada die zweite Frau, die das Amt innehatte. Im Juni 2022 wurde Áñez wegen Pflichtverletzung sowie verfassungs- und gesetzeswidriger Beschlüsse zu zehn Jahren Haft verurteilt. Am 5. November 2025 entschied der Oberste Gerichtshof Boliviens, das Urteil gegen Áñez im sogenannten Golpe-II-Prozess aufzuheben und ihre sofortige Freilassung anzuordnen.

  1. 1 2 Quién es Jeanine Áñez Chávez, la senadora que asumió la presidencia provisional de Bolivia. In: El Deber. 12. November 2019, abgerufen am 13. November 2019 (spanisch).
  2. Nachfolge von Evo Morales: Jeanine Añez erklärt sich zur Interimspräsidentin Boliviens. In: Spiegel Online. 13. November 2019, abgerufen am 15. März 2021.
  3. Bolivien: Gefängnisstrafe für Ex-Übergangspräsidentin Jeanine Áñez. Deutsche Welle, 11. Juni 2022, abgerufen am 13. Juni 2022.
  4. Fiscalía apelará sentencia de Añez y el MAS anuncia que buscará 30 años por el caso golpe I
  5. La Justicia de Bolivia ordenó la liberación inmediata de la ex presidenta Jeanine Añez tras anular la sentencia de 10 años de cárcel. infobae, 5. November 2025, abgerufen am 3. Januar 2025.