Jesidische Heiratsvorschriften

Die jesidischen Heiratsvorschriften sind besonderen Traditionen und Normen unterworfen. Demnach stellt die Ehe eine fundamentale jesidische Norm dar, nach der ein Mensch sich erst ganz verwirklicht, wenn er verheiratet ist.

Das traditionelle Jesidentum kennt eine Reihe von Heiratsvorschriften, welche unter dem Terminus „Hed û Sed“ religiös begründet sind. Das religiöse Endogamiegebot namens „Hed û Sed“ findet sich auch häufig in ihren sakralen Texten, den sogenannten Qewl, wieder. Strikt geregelt ist die Partnerwahl, welche durch das Gebot der Endogamie eingeschränkt ist. Andere spezifische Heiratsregeln sind der Brautpreis, die Praxis der Zwangs- und arrangierten Ehen sowie die Brautentführung und das Gebot der Jungfräulichkeit vor der Ehe.

Die Beachtung der Heiratsregeln beeinflusst das Leben der Jesiden unterschiedlich. Gegenwärtig befinden sich die jesidischen Heiratsvorschriften in einem Veränderungsprozess und werden zunehmend in Frage gestellt, besonders in den Diaspora-Gemeinschaften.

  1. 1 2 Savucu: Yeziden in Deutschland. 2016, S. 218 f.
  2. Sefik Tagay, Serhat Ortac: Die Eziden und das Ezidentum – Geschichte und Gegenwart einer vom Untergang bedrohten Religion. (PDF) In: Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg. 2016, S. 47, abgerufen am 14. Mai 2019.
  3. Nadia Bousrouf, Ralf Frassek: Zwischen Frankfurt, Marrakesch und Kabul. Books on Demand, 2016, ISBN 978-3-7412-5701-8 (google.de [abgerufen am 14. Mai 2019]).
  4. Philip G. Kreyenbroek, Khalil Jindy Rashow, Khalīl Jindī: God and Sheikh Adi are Perfect: Sacred Poems and Religious Narratives from the Yezidi Tradition. Otto Harrassowitz Verlag, 2005, ISBN 978-3-447-05300-6 (google.de [abgerufen am 14. Mai 2019]).
  5. Kreyenbroek: Yezidism in Europe. 2009, S. 227–233