Jodenbuurt

Die Jodenbuurt (deutsch: Judenviertel, auch: jüdisches Viertel) liegt in der historischen Altstadt im kulturellen Zentrum Amsterdams und war bis zum Zweiten Weltkrieg ein eigenes Stadtviertel im heutigen Amsterdam-Centrum in der Amsterdamer Innenstadt. Dazu gehörten die Jodenbreestraat, die Insel Uilenburg, der Waterlooplein, die Halbinseln Rapenburg und Valkenburg und die Nieuwe Herengracht, später auch der Nieuwmarkt, die Sint Antoniesbreestraat, der neuere Stadtteil Plantage, die Weesperstraat und der Weesperplein.

Das sehr alte Stadtviertel Jodenbuurt hatte, wie die Stadt Amsterdam selbst auch, über die Geschichte ein sehr wechselhaftes Schicksal, aber wurde erst im Jahr 1941 durch die Nationalsozialisten zum Ghetto gemacht, was nicht zuletzt auch im heutigen Wappen von Amsterdam und der niederländischen Erinnerungskultur wachgehalten wird. Im Jahr 1947 nahm die damalige Königin Wilhelmina die aufrechte Haltung von beispielhaften Teilen der Bürgerschaft unter der Besatzung durch das Deutschland im Zweiten Weltkrieg – und dabei besonders den Februarstreik nach dem Abtransport der ersten Juden aus Amsterdam im Februar 1941 – zum Anlass, das Stadtwappen mit besagtem Wahlspruch für die Nachwelt ergänzen zu lassen. Desgleichen wird mit dem Nationalmonument in Amsterdam und vor allem auch dem Nationaal Holocaust Namenmonument dieser schweren Zeiten und des fürchterlichen Verlusts an zahllosem jüdischen Lebens und ehemals so lebensreicher und bunter jüdischer Kultur in Amsterdam gedacht.

Das alte historische Stadtviertel Jodenbuurt ging als gebräuchlicher Name und fester Ortsbestandteil der historischen Altstadt nicht unter, auch wenn es im Jahr 2010 in der Änderung der Bezirksaufteilung im Bezirk Amsterdam-Centrum verschwand, weil wie viele weitere alte Bezirke einfach nur amtlich vereinnahmt. Der alte niederländische Name, die vielen kulturellen Spuren und vor allem die reiche Baukultur aber leben bis heute weiter.