Johan Adrian Jacobsen

Johan Adrian Jacobsen (* 9. Oktober 1853 auf Risøy bei Tromsø; † 18. Januar 1947 in Tromsø) war ein norwegischer Ethnograph und Forschungsreisender. Als Kapitän und autodidaktischer Ethnologe arbeitete er für die Völkerkundemuseen in Hamburg und Berlin und als Agent für die Völkerschauen von Carl Hagenbeck in Hamburg. Während der World’s Columbian Exposition stellte Jacobsen im Namen von Carl Hagenbeck eine Sammlung aus rund 600 Objekten von 25 nicht-europäischen Kulturen aus. Diese wurde zu einem Grundstein der Sammlung des Field Museum of Natural History in Chicago.

Seine Reisen führten ihn nach Skandinavien, Nordamerika, Südamerika, Russland und Südostasien. Seine Sammlungen allein für das Königliche Museum für Völkerkunde Berlin umfasst insgesamt 12.000 Objekte, darunter mit 3.000 Objekten von der pazifischen Nordwestküste und 4.000 aus Nordalaska die bislang größte Einzelsammlung aus Nordamerika für das Ethnologische Museum Berlin.

  1. History. Webseite des Field Museums. Abgerufen am 4. Februar 2017.
  2. Viola König: Challenging the Jacobsen Collections from the American Northwest Coast and Alaska: A Long Durée of Multilateral Engagement and Complex Relationships 1881–2021. In: Hildegard Dilger, Brigitta Göbel, Lars-Christian Koch, Susanne Schütze, Anja von Poser (Hrsg.): Collections as Relations: Contestations of Belonging, Cultural Heritage, and Knowledge Infrastructures. Routledge, London 2024, S. 199. doi:10.4324/9781003370024