Johannes Grenzfurthner

Johannes Grenzfurthner (* 13. Juni 1975 in Wien) ist ein österreichischer Künstler, Filmemacher, Autor, Kurator, Performer und Schauspieler sowie Lektor. Grenzfurthner ist der Gründer und künstlerische Leiter von monochrom, einer internationalen Kunst- und Theoriegruppe und Filmproduktionsfirma mit Sitz im Q21 des Wiener Museumsquartiers. Viele seiner künstlerischen Arbeiten sind als monochrom gelabelt.

Grenzfurthner betreibt Forschung im Bereich subversiver Underground-Kulturen und ist ein Experte im Bereich des Zusammenspiels von Sexualität und Technologie. Er ist in diesem Zusammenhang einer der Mitbegründer der technohedonistischen Bewegung. Er prägte den Begriff des „Context Hacking“. Er ist Theoretiker und Kritiker im Bereich Kunst, Film und Technologie; unter anderem verfasste er das Manifest „Manifesto of Reality: Cinema After the Physical Trace“.

Das Boing-Boing-Magazin beschreibt Grenzfurthner als Leitnerd, eine Wortkombination des deutschen Wortes Leitkultur und des englischen Wortes Nerd, um seine Stellung in der Nerd/Hacker/Kunstszene zu charakterisieren. 2600: The Hacker Quarterly beschreibt ihn als eine "Konstante" in der Hackerwelt und ordnet seine Arbeit als wichtigen Teil eines subversiven "Ökosystems" der Kreativität ein.

Als Filmemacher wird er z. B. von Christian Fuchs vom ORF als wesentlicher Vertreter der Austrian New Wave gesehen. Seine Filme sind an der Schnittstelle von Genrefilm, extreme cinema und essayistischem Dokumentarfilm angesiedelt und befassen sich häufig mit Technologie, Ideologie und Subkultur.
In ihrem Essay „Johannes Grenzfurthner and the Evolution of Found Footage“ schreibt die Kritikerin Mary Beth McAndrews, dass seine Genrefilme „den Spielplatz dominieren“ und die Grenzen der Form erweitern.

  1. Q21 Backstage Tour - monochrom. Abgerufen am 11. Dezember 2020 (deutsch).
  2. Jan Petter: Wir haben mit einem Sexroboter-Entwickler über billige Sextoys, C3P0 und das Patriarchat gesprochen. In: Der Spiegel. 17. März 2019, abgerufen am 18. März 2019.
  3. Stories about orcs and rape: the man behind Arse Elektronika, in: Kill Screen Magazine, abgerufen am 7. Februar 2019.
  4. Zitiert nach Julia Carrie: Joy Stick: The Tarnished Dreams of Teledildonics' Inventor, in: “SF Weekly”, abgerufen am 7. Februar 2019.
  5. Günther Friesinger, Magnus Wurzer, Johannes Grenzfurthner, Franz Ablinger, Chris Veigl (Hrsg.): Roboexotica. edition mono/monochrom, Wien 2008, ISBN 978-3-9502372-3-8.
  6. Porn Film Festival: Ausweitung der Schamzone - derStandard.at. Abgerufen am 4. April 2019 (österreichisches Deutsch).
  7. Pat Greene: Austrian Context Hacker Johannes Grenzfurthner performs at The Nook this weekend. In: Bungalower. 30. Juli 2025, abgerufen am 12. August 2025 (amerikanisches Englisch).
  8. Johannes Grenzfurthner: Manifesto of Reality: Cinema After the Physical Trace. 20. Februar 2026, abgerufen am 22. Februar 2026 (amerikanisches Englisch).
  9. Zitiert nach Johannes Grenzfurthner: The Story of Traceroute In: boing boing magazine, 14. April 2016, abgerufen am 7. Februar 2019.
  10. Peter Blok: Hacking at Leaves - A Doc, But Even More So. In: Emmanuel Goldstein (Hrsg.): 2600: The Hacker Quarterly. Winter 2025-2026. New York City 2026, S. 33.
  11. Die New Wave des österreichischen Kinos: Florian Pochlatko im FM4 Filmpodcast. 22. September 2025, abgerufen am 1. Oktober 2025.
  12. Mary Beth McAndrews: Johannes Grenzfurthner and the Evolution of Found Footage. In: Solvent Blu-ray booklet. Vinegar Syndrome, 2026, S. 6.