Juchtenleder
Juchtenleder (kurz Juchleder oder auch kurz Juchten, auch Juften) ist ein auf bestimmte Art gegerbtes Leder aus der Haut von Kälbern oder Rindern. Die Bezeichnung stammt über mittelniederdeutsch juften aus dem Russischen.
Das Juchtenleder ist sehr fest, dicht und geschmeidig und wird mit Birkenteeröl eingerieben, deshalb riecht es stark. Es wurde ursprünglich in Russland angefertigt. Im 18. Jahrhundert verbreitete es sich auch im deutschsprachigen Raum, wo es als Obermaterial von Stiefeln und Schuhen sowie für Dekorationswaren, Bucheinbände und für Geldbörsen benutzt wurde. Juchtenleder findet Verwendung, z. B. bei der Herstellung von Schuhen und Uhrarmbändern.
Etymologisch geht das russische юхть jucht (ältere Bezeichnung) oder юфть juft wohl auf persisch جفت, DMG ǧuft „ein Paar (Ochsen)“ (zu avestisch yuxta „Gespann“) zurück, da die Häute paarweise gegerbt wurden.
Das feinste und weichste dieser Leder wurde unter dem Namen Russisch Leder gehandelt.
- ↑ Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. hrsg. von Walther Mitzka, De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 334 (Juchten).
- ↑ Beipackzettel der Fa. Farina zum Herrenparfüm "Russisch Leder", August 2018.