Justin II.
Justin II. (lateinisch Flavius Iustinus, mittelgriechisch Ἰουστίνος; * 520; † 5. Oktober 578) war vom 14. November 565 bis zum 5. Oktober 578 (ost-)römischer Kaiser. Justin II. war der Neffe und Nachfolger Kaiser Justinians.
In seiner Regierungszeit kam es erneut zum Krieg mit dem persischen Sassanidenreich, der zweiten spätantiken Großmacht, wobei die Kämpfe für die Römer ungünstig verliefen. In Italien fielen die Langobarden ein und beendeten die Völkerwanderungszeit. Im Inneren hatte der Kaiser, der in den meistens Quellen eher negativ beschrieben wird, ebenfalls mit erheblichen Problemen zu kämpfen. Nach dem Ausbruch einer Geisteskrankheit führte ab Ende 574 der erfolgreiche General und spätere Kaiser Tiberius als princeps rei publicae die Regierungsgeschäfte. Ob die Berichte über Justins Wahnsinn zutreffen, ist unklar; in der Forschung wird teils erwogen, dass sich hinter den Berichten ein Putsch gegen den Herrscher verbergen könnte.
- ↑ Mit vollständiger Titulatur Imperator Caesar Flavius Iustinus fidelis in Christo mansuetus maximus benefactor Alamannicus Gothicus Francicus Germanicus Anticus Alanicus Vandalicus Africanus pius felix inclitus victor ac triumphator semper Augustus; vgl. Gerhard Rösch: Onoma Basileias. Studien zum offiziellen Gebrauch der Kaisertitel in spätantiker und frühbyzantinischer Zeit. Wien 1978, S. 168.