Köhler
Köhler (auch Kohler, Kähler oder Kohlbrenner) ist eine Berufsbezeichnung für Hersteller von Holzkohle, die zu diesem Zweck Holz in einem Kohlenmeiler verschwelen. Ihr Handwerksbetrieb und ihre Tätigkeit werden Köhlerei genannt.
Die Köhlerei ist kein Ausbildungsberuf, aber eine der ältesten Handwerkstechniken der Menschheit. In den 2000er Jahren hat man bei Ausgrabungen in der Nähe von Martigues (Südfrankreich) Köhlergruben von 40 bis 120 cm im Durchmesser gefunden, die aus dem 8. Jahrhundert vor Christus stammen. Die Erkenntnisse und Produkte aus der Köhlerei leisten bis heute einen wichtigen Beitrag für die Industrie, so wird von den Schwäbischen Hüttenwerken in Aalen Holzkohle für das Härten von Bremsscheiben von Autos verwendet, Daimler-Benz in Stuttgart nutzt die gleichmäßig langanhaltende Hitze zum Reparieren von Formen, in denen Motorblöcke gegossen werden und Weleda in Schwäbisch Gmünd stellt daraus Kohle-Compretten gegen Durchfall her. Aufgrund ihrer geschichtlichen und kulturellen Bedeutung wurden das Köhlerhandwerk und die Teerschwelerei im Dezember 2014 in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland durch die Kultusministerkonferenz aufgenommen.
- ↑ Hans Markus Thomsen: Köhler: Die Arbeiter im Wald galten als gutgläubige Sonderlinge. In: Die Welt. 22. April 2004 (welt.de [abgerufen am 29. Juni 2020]).
- ↑ Markus Schleufe: Der Herr der Rauchzeichen. In: Die Zeit. 24. November 2015, abgerufen am 22. Juli 2020.
- ↑ https://www.europkoehler.com/koehlern_literatur.cfm
- ↑ Charles Schlosser: Le charbonnier, une longue histoire. S. 52.
- ↑ Peter Ilg, Der Spiegel: Kurioser Beruf: Köhler stellt Holzkohle von Hand her - Der Spiegel - Job & Karriere. Abgerufen am 29. Juni 2020.
- ↑ Pressemitteilung der Kultusministerkonferenz vom 12. Dezember 2014: 27 Kulturformen ins deutsche Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen (abgerufen am 7. November 2020).