König Laurins Rosengarten

König Laurins Rosengarten ist ein anonymes mittelhochdeutsches Gedicht über Dietrich von Bern und Laurin, den Zwergenkönig des Rosengartens, der im Kampf Dietrich unterliegt. Es gehört zu den aventiurehaften Dietrich-Gedichten, die eher einem höfischen Roman als einem Heldenepos ähneln. Es stammt wahrscheinlich aus dem Südtiroler Raum, möglicherweise schon aus dem Jahr 1230, obwohl alle Handschriften später entstanden sind.

Das Gedicht ist in fünf Fassungen überliefert. In allen geht es um Dietrichs Kampf gegen den Zwergenkönig Laurin, der stattfindet, als Dietrich und Witege Laurins magischen Rosengarten zerstören. Die Helden werden daraufhin in Laurins Reich im Inneren eines Berges eingeladen, als entdeckt wird, dass Laurin die Schwester von Dietleib, einem von Dietrichs Helden, entführt und geheiratet hat. Laurin verrät die Helden und hält sie gefangen, aber es gelingt ihnen, ihn zu besiegen und Dietleibs Schwester zu retten. Die verschiedenen Versionen schildern Laurins Schicksal unterschiedlich: In einigen wird er zum Hofnarren Dietrichs, in anderen versöhnen sich die beiden und werden Freunde. Der Laurin war eine der beliebtesten Legenden über Dietrich. Seit dem fünfzehnten Jahrhundert wurde sie sowohl als Teil des als Heldenbuch bekannten Kompendiums heroischer Gedichte als auch unabhängig davon gedruckt und wurde bis etwa 1600 weiter gedruckt.

Im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert wurde eine Variante des Gedichts zu einer alpenländische Sage umgedichtet, die versucht, das rote Glühen des Rosengarten-Massivs zur Dämmerungszeit (Alpenglühen) zu erklären, sie stellt damit eine ätiologische Erzählung dar.