Königreich der Inseln

Das Königreich der Inseln (auch Königreich von Man und den Inseln) war ein Herrschaftsgebiet im Nordatlantik, das etwa vom 9. Jahrhundert bis Ende des 13. Jahrhunderts bestand und die Hebriden, die Insel Man sowie Teile von Argyll umfasste. Im Alt-Nordischen wurde das Gebiet in Abgrenzung zu den Orkney und Shetland umfassenden Norðreyjar (Nördliche Inseln) als Suðreyjar (Südliche Inseln) bezeichnet. Aus dieser altnordischen Bezeichnung Suðreyjar gingen im Laufe des Mittelalters der lateinische Name Sodor und die englische Bezeichnung Sudreys hervor. In einigen späteren Quellen werden die Inseln auch als Kingdom of Mann and the Isles bezeichnet.

Das Königreich bestand zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert nicht durchgängig als eine Einheit. Die Könige der Inseln herrschten phasenweise unabhängig über die Inseln, die meiste Zeit jedoch standen sie selbst unter der Oberherrschaft norwegischer, irischer, englischer oder schottischer Herrscher. Zeitweise beanspruchten sowohl schottische als auch norwegische Herrscher die Inseln für sich.

Die Geschichte des Königreichs der Inseln beginnt mit dem Einfluss der norwegischen Wikinger im späten 8. Jahrhundert, aber bis zur Mitte des 10. Jahrhunderts bleibt die Quellenlage zu den jeweiligen Königen der Inseln spärlich und widersprüchlich. Kennzeichnend für diese Zeit sind kriegerische Auseinandersetzungen mit den Herrschern in Irland und Versuche norwegischer Herrscher, Einfluss über die Inseln sicherzustellen. Um 1100 erschien eine mächtige neue Dynastie, die ihren Anfang auf Somerled MacGillebrigte zurückführt. Nach dessen Tod 1164 wurde das Königreich in zwei Teile geteilt, über das Somerleds Nachkommen, die Dynastien der MacDonalds, der MacDougalls und der MacRuaries herrschten. Mit dem Vertrag von Perth, 1266, zwischen Schottland und Norwegen wurde das Königreich der Inseln Teil des Königreichs Schottland. Historiker machen ein eindeutiges Ende des Königreichs der Inseln mit dem Datum 1336 fest, in dem ein Nachkomme Somerleds, John of Islay, erstmals den Titel dominus Insularum oder „Herr der Inseln“ (statt „König der Inseln“) verwendet.

  1. Regesta Norvegica: kronologisk Fortegnelse over Dokumenter vedkommende Norge, Nordmænd og den norske Kirkeprovins. 2: 1264-1300. Christiania [Kopenhagen] 1898, ISBN 82-7061-271-5, S. 38.
  2. Suðreyjar im Store Norske Lexikon – abgerufen am 24. November 2013
  3. Ralph Tuchtenhagen: Kleine Geschichte Norwegens. München 2009, ISBN 978-3-406-58453-4, S. 33.
  4. R. Andrew McDonald: The Kingdom of the Isles: Scotland's Western Seaboard, c.1100 - c.1330. Tuckwell Press, East Linton 1997, ISBN 1-898410-85-2, S. 2.