KZ Ravensbrück

Das KZ Ravensbrück (auch Frauen-KZ Ravensbrück) war das größte Konzentrationslager für Frauen im sogenannten deutschen Altreich zur Zeit des Nationalsozialismus. Es wurde 1938/1939 durch die Schutzstaffel (SS) in der Gemeinde Ravensbrück (heute zur Stadt Fürstenberg/Havel zugehörig) im Norden der Provinz Brandenburg errichtet.

Gemeinsam mit dem in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden Männerlager, Industriebetrieben, dem KZ Uckermark für Mädchen und junge Frauen und dem Siemenslager Ravensbrück, dem einzigen in einem KZ befindlichen Industrieareal, bildete das KZ Ravensbrück einen Lagerkomplex. Darüber hinaus existierte eine Vielzahl von KZ-Außenlagern, siehe Liste der Außenlager des KZ Ravensbrück.

Die Rote Armee näherte sich dem Konzentrationslager im April 1945, konnte aber – am 30. April 1945 – nur noch zwischen 2.000 und 3.000 Häftlinge befreien. Insgesamt waren etwa 120.000 Frauen und Kinder, 20.000 Männer und 1.200 weibliche Jugendliche aus über 30 Nationen und Volksgruppen im KZ Ravensbrück und im KZ Uckermark interniert. Man geht davon aus, dass 28.000 Häftlinge in Ravensbrück ermordet wurden.

Das ehemalige Stammlager diente von 1945 bis 1993 als Kaserne für die Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland. 1959 wurde die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück eröffnet und später mehrfach erweitert.

  1. Geschichte 1939-1945. In: Webseite der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Abgerufen am 3. Dezember 2024.
  2. Stefan Hördler: Die Schlussphase des Konzentrationslagers Ravensbrück. Personalpolitik und Vernichtung. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. 56. Jg., Nr. 3, 2008, S. 247.