Kaiser Wilhelm der Große (Schiff, 1897)

Kaiser Wilhelm der Große
Die Kaiser Wilhelm der Große im Atlantik
Schiffsdaten
Flagge Deutsches Reich Deutsches Reich
Schiffstyp Passagierschiff
Heimathafen Bremen
Eigner Norddeutscher Lloyd
Reederei Norddeutscher Lloyd
Bauwerft AG Vulcan Stettin
Baunummer 234
Stapellauf 4. Mai 1897
Verbleib Ab 1914 Hilfskreuzer der Kaiserlichen Kriegsmarine; am 26. August 1914 nach einem Gefecht mit dem britischen Kreuzer Highflyer von seiner Besatzung versenkt. 1952 verschrottet.
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 197,70 m (Lüa)
Breite 20 m
Tiefgang (max.) 8,3 m
Verdrängung 20.380
Vermessung 14.349 BRT
 
Besatzung 488
Maschinenanlage
Maschine 4 Vierfachexpansions-Dampfmaschinen
Maschinen­leistung 28.000 PS (20.594 kW)
Höchst­geschwindigkeit 22,35 kn (41 km/h)
Propeller 2
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl I. Klasse: 206 + 134 Schlafsofas und Kinderbetten
II. Klasse: 226 + 120 Schlafsofas und Kinderbetten
III. Klasse: 1074

Die Kaiser Wilhelm der Große, benannt nach Kaiser Wilhelm I., war ein 1897 fertiggestellter Doppelschrauben-Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd für die Linienschifffahrt auf der Transatlantikpassage BremerhavenNew York. Das Passagierschiff war von 1897 bis 1900 Trägerin des Blauen Bands.

Mit ihren vier Schornsteinen verkörperte sie den damals bei Reisenden gefragtesten und spektakulärsten Schiffstyp, der neueste technische Entwicklungen mit Geschwindigkeit und Luxus verband. Als erstes deutsches Schiff gewann die Kaiser Wilhelm der Große das Blaue Band für die schnellste Nordatlantiküberquerung und versah bis 1914 ihren Liniendienst. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde sie von der Kaiserlichen Marine zum Hilfskreuzer umgerüstet und im Handelskrieg vor der westafrikanischen Küste eingesetzt. Noch 1914 wurde sie nach einem Gefecht mit einem britischen Kreuzer von der eigenen Besatzung versenkt.

Ein Hauptaugenmerk lag auf den Sicherheitseinrichtungen. So war die Zahl der wasserdichten Schotten erstmals auf 18 Stück erhöht worden und wesentlich stärker angelegt als bis dahin üblich.

Das signifikanteste Merkmal waren aber die vier Schornsteine, mit denen der Norddeutsche Lloyd eine völlig neue Schnelldampferklasse schuf, die weltweit kopiert wurde.

  1. 1 2 Oswald Flamm (Hrsg.): Schiffbau, Schiffahrt und Hafenbau. Band 2/1901, Berlin 1901, S. 509.
  2. „Norddeutscher Lloyd, Bremen, Jahrbuch“, Verlag H.M. Hauschild, Bremen 1910, S. 63
  3. Georg Otto Adolf Bessell: „Norddeutscher Lloyd“, Verlag C. Schünemann, 1957, S. 200