Kaiserlich Japanische Marineluftstreitkräfte
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Kaiserlich Japanische Marineluftstreitkräfte | |
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Kyokujitsuki (Flagge) der Kaiserlich Japanischen Marineluftstreitkräfte | |
| Aktiv | 1912 bis 1945 |
| Staat | Japan |
| Streitkräfte | Japanische Marine |
| Typ | Teilstreitkraft (Marine-Luftstreitkräfte) |
| Leitung | |
| Oberkommando | Admiralstab der Kaiserlich Japanischen Marine |
| Oberkommando | Marineministerium |
| Insignien | |
| Flugzeugkokarde | |
Die Kaiserlich Japanischen Marineluftstreitkräfte (japanisch 帝国海軍航空隊 Teikoku Kaigun Kōkūtai) waren die Luftstreitkräfte der Kaiserlich Japanischen Marine im Zweiten Weltkrieg.
Sie standen unter dem Befehl des Admiralstabs der Kaiserlich Japanischen Marine und des Marineministeriums und entsprachen in ihrer Funktion dem Fleet Air Arm der britischen Royal Navy, der Marineluftfahrt der US Navy, der Aviazione Ausiliara per la Marina der italienischen Regia Marina oder der Seefliegerkräfte der sowjetischen Marine.
Für die Entwicklung und Ausbildung war das Kaiserlich Japanische Marineluftfahrtbüro (Kaigun Kōkū Hombu) des Marineministeriums zuständig.
Das japanische Militär beschaffte 1910 (andere Quellen sprechen von 1911) seine ersten Flugzeuge und beobachtete mit großem Interesse die Entwicklung der Luftkriegsführung während des Ersten Weltkriegs. Zunächst kaufte man in Europa Flugzeuge, begann dann aber schnell, eigene Flugzeuge zu bauen und startete ein ambitioniertes Programm zum Bau von Flugzeugträgern. 1922 wurde in Japan der weltweit erste von Anfang an für diesen Zweck gebaute Flugzeugträger, die Hōshō (鳳翔, dt. „Fliegender Phoenix“) in Dienst gestellt. Danach begann man, überzählige Schlachtkreuzer und Schlachtschiffe zu Flugzeugträgern umzubauen. Die Marineluftwaffe hatte unter anderem die nationale Verteidigung, vorgelagerte Angriffsführung und die Marinekriegsführung zum Auftrag. Dieser Auftrag blieb bis zu ihrem Ende bestehen.
Das japanische Schulungsprogramm für Piloten war sehr selektiv und streng, wodurch ein Korps von sehr gut ausgebildeten und erfahrenen Piloten entstand, das zu Beginn des Zweiten Weltkriegs die klare Lufthoheit über dem Pazifik hatte. Dieses Programm und der Mangel an Treibstoff für Schulungsflüge wirkte sich jedoch negativ auf die Ausbildung eines ausreichenden Nachschubs an neuen Piloten aus. Die Japaner schafften es auch im Gegensatz zu den Briten oder Amerikanern nicht, das Ausbildungsprogramm zu straffen, um die Ausbildungszeit ihrer Rekruten zu verkürzen. Neben anderen Faktoren führte die ständige Verschlechterung bei Qualität und Quantität der Piloten gegen Ende des Krieges zu einer steigenden Anzahl von Opfern.
Die Piloten der Marineluftwaffe bevorzugten, wie jene ihres Gegenstücks beim Heer, der Kaiserlich Japanischen Heeresluftstreitkräfte, den Einsatz sehr beweglicher Flugzeuge. Dies führte zum Bau leichter und außerordentlich agiler Typen wie der Mitsubishi A6M, deren Eigenschaften mit dem Verzicht auf eine Panzerung und selbstabdichtende Treibstofftanks erkauft wurden.
- ↑ Die Zeitschrift Die Woche, Heft 21 vom 20. März 1936, Seite 8–9, berichtet über die Ausbildung von „Japans Marinefliegern“ und erwähnt dabei einen japanischen Hauptmann Hino, der 1911 an der TH Charlottenburg studiert, sich für die Flugzeuge in Johannisthal interessiert und im „Lenken eines Aeroplan“ hätte ausbilden lassen, nach Japan zurückgekehrt und kurz darauf wieder nach Berlin gekommen wäre, um im Auftrag der Kaiserlich Japanischen Regierung einen Flugapparat zu kaufen. Diese Maschine sei der Keim der japanischen Luftflotte und eben auch der Marineflieger gewesen. Die Zeitschrift nennt einige statistische Daten von 1936, die aufgrund der ideologisch-politischen Nähe der Nationalsozialisten zu Japan mit Zurückhaltung zu betrachten sind, aber als Richtwert dienen können: Die Marineluftstreitkräfte umfassten 25.000 Mann, die Gesamtausgaben für die Luftstreitkräfte lagen bei 100 Millionen Yen. Die Japaner flogen 700-PS-Bomber mit 300 km/h Geschwindigkeit, zweimotorige Universalflugzeuge mit 450 PS sowie 320 km/h schnelle 1400-PS-Bomber.