Kalendergespräch

Das Kalendergespräch ist eine Textgattung zwischen Sachtext und literarischem Text, die sich ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts als fester Bestandteil des Prognostikums zahlreicher Schreibkalender etablierte. Fiktive Kalenderfiguren versammeln sich zu einer Unterhaltung, in welcher sich belehrende und kurzweilige Inhalte vermischen und ergänzen. Kalendergespräche können somit als Vorläufer der Kalendergeschichte des 19. Jahrhunderts betrachtet werden.

Besonderen Bekanntheitsgrad erlangte Christoph Richter, der in seinen von 1658 bis 1699 erschienenen ‚Astrologischen Gesprächen‘ „als erster Kalendermacher die seit der Antike bekannte und in zahlreichen anderen Drucken seit dem 16. Jahrhundert angewandte Form des (Lehr-)Gesprächs in einem Kalender nutzte“. Ab spätestens 1683 wurde die Reihe unter gleichem Namen von Gottfried Kirch fortgeführt. Dieser veröffentlichte sowohl unter seinem eigenen Namen als auch unter verschiedenen Pseudonymen eine Vielzahl an Kalenderreihen, welche er auf unterschiedliche Zielgruppen und thematische Schwerpunkte zuschnitt. Nur einmalig erschienen, aber besonders bedeutend wegen volksaufklärerischer Tendenzen, ist der anonym erschienene ‚Curieuse Bauer‘, welcher Michael Adelbulner zugeschrieben wird.

  1. Art. „Richter, Christoph“. In: Herbst, Klaus-Dieter: Biobibliographisches Handbuch der Kalendermacher von 1550 bis 1750. Abgerufen am 29. Juni 2025.
  2. Herbst, Klaus-Dieter: Der Kalenderschatz im Stadtarchiv Altenburg. In: Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte. Band 9, 2007, S. 211239, 230.
  3. Art. „Kirch, Gottfried“. In: Herbst, Klaus-Dieter: Biobibliographisches Handbuch der Kalendermacher von 1550 bis 1750. Abgerufen am 29. Juni 2025.
  4. Art. „Adelbulner, Michael“. In: Herbst, Klaus-Dieter: Biobibliographisches Handbuch der Kalendermacher von 1550 bis 1750. Abgerufen am 29. Juni 2025.