Kali-Yuga

Kali-Yuga (Sanskrit, n., कलियुग, kaliyuga wörtlich „Zeitalter des Kali“, „Zeitalter des Streites“) ist die Bezeichnung für das letzte von vier Zeitaltern, den Yugas in der hinduistischen Kosmologie. Es gilt als das Zeitalter des Verfalls und Verderbens. Als solches wurde es oftmals zu dem von Hesiod in der Theogonie geschilderten griechischen Eisernen Zeitalter in Beziehung gesetzt und auch „Eisernes Zeitalter“ genannt. Die anderen drei Zeitalter heißen Satya-Yuga (oder Krita Yuga), Treta-Yuga und Dvapara-Yuga.

Herr über diese Zeit ist der schwarze apokalyptische Dämon Kali, laut Vishnu Purana die negative Manifestation von Vishnu, der in dieser Form für die Zerstörung des Universums zuständig ist. Kaliyuga wird (fälschlicherweise) auch oft mit der Göttin Kali (kālī) assoziiert, die generell für dunkle, materielle Aspekte steht. Kali bezeichnet auch die mit einem Punkt bezeichnete Verliererseite des Spielwürfels.

Nach der buddhistischen Kosmologie bezeichnet ein solches finsteres Zeitalter die vierte und letzte größere Zeitperiode eines Zeitabschnitts von zirka 432.000 Jahren, nach der Geburt eines Buddhas bis zum Erscheinen eines neuen Buddhas. Laut Puranas markierte Krishnas Tod das Ende des Dvapara Yuga und den Beginn des Kali-Yuga, das auf den 17./18. Februar 3102 v. Chr. datiert wird. Das Kali Yuga dauert 432.000 Jahre (1.200 göttliche Jahre), begann vor 5.126 Jahren und hat ab 2025 n. Chr. noch 426.874 Jahre vor sich. Das Kali -Yuga wird daher im Jahr 428.899 n. Chr. enden.

Die hinduistischen und buddhistischen Bezeichnungen für Kaliyuga beziehen sich prinzipiell auf dieselbe Sache – ein letztes Zeitalter von vier. Unterschiedlich ist jedoch die jeweils angegebene Länge, die im Hinduismus einen Umfang zwischen 1.200 und 360.000 „Menschenjahren“ erreichen kann. Unklar ist dabei oft, ob „Menschenjahre“ oder die viel länger dauernden „Götterjahre“ gemeint sind. Neben anderen Schriften beschäftigen sich besonders das Vishnu Purana sowie die Manusmrti mit diesem Thema.

  1. Alexander Berzin: Buddhistische Kosmologie im Abhidharma und im Kalachakra, auf studybuddhism.com
  2. William Montgomery McGovern: Buddhistische Philosophie und Kosmologie. Hrsg.: Angkor. 2016, ISBN 978-3-943839-34-0, S. 204.
  3. Freda Michio, Yano Matchett: The Blackwell Companion to Hinduism. Hrsg.: Gavin Flood. Blackwell Publishing, 2003, ISBN 0-631-21535-2, Part II, Ch. 6: The Puranas / Part III, Ch. 18: Calendar, Astrology, and Astronomy, S. 390 (englisch): “The [Kali yuga] epoch arrived at ... was midnight of February 17/18 in 3102 BC according to the midnight (ardharatika) school, and the sunrise of February 18 (Friday) of the same year according to the sunrise (audayika) school.”
  4. Joscelyn Godwin: Atlantis and the Cycles of Time: Prophecies, Traditions, and Occult Revelations. Inner Traditions, 2011, ISBN 978-1-59477-857-5, S. 300–301 (englisch, google.com).
  5. S. V. Gupta: Units of Measurement: Past, Present and Future. International System of Units. Hrsg.: Robert Hull, Richard M. Jr. Osgood, Jurgen Parisi, Hans Warlimont (= Springer Series in Materials Science: 122). Springer Publishing, 2010, ISBN 978-3-642-00737-8, Ch. 1.2.4 Time Measurements, S. 6–8 (englisch).