Kalibrierung (Extrusion)
Die Kalibrierung ist eine dem Extruder nachgeschaltete Einheit, um das extrudierte Material auf die späteren Produktmaße zu fixieren. Dabei wird das noch schmelzeflüssige Material auf eine Temperatur abgekühlt, bei der eine nachträgliche Verformung nicht mehr möglich ist. Die vollständige Abkühlung erfolgt in der nachgehenden Kühlstrecke.
Unterscheidung Trocken- und Nasskalibrierung:
Die Nasskalibrierung kommt in erster Linie wegen der Reduzierung der Reibkräfte zum Einsatz, ist jedoch nur bei drehsymmetrischen Teilen (z. B. Rohre) möglich, da sich der Wasserfilm nur bei solchen Teilen gleichmäßig bilden kann. Die Trockenkalibrierung wird vorwiegend für Profile bzw. Teile mit rechteckigem Querschnitt verwendet.
Der Kaliber ist meist flüssigtemperiert. Tritt das Profil in den Kaliber ein, so wird dieses von der äußeren Profilfläche aus gekühlt. Um den Kontakt mit der Kaliberinnenwand zu gewährleisten, wird meist ein Vakuum eingesetzt, welches das Material an die Wand pressen soll. Zu diesem Zweck befinden sich im Kaliber Vakuumschlitze, damit das Vakuum wirksam werden kann. Eine weitere Möglichkeit wird unter dem Punkt Vollprofile behandelt. Da der Kaliber wesentlich die Oberflächenqualität beeinflusst (sind mehrere Kaliber hintereinander geschaltet, beeinflusst der erste Kaliber die Oberfläche am meisten), muss bei der Fertigung besonders auf die Oberflächenqualität des Kalibers geachtet werden. Außerdem ist der Einlaufbereich des Kalibers erhöhtem Verschleiß ausgesetzt. Empfohlen werden hier besondere Materialien bzw. gehärtete oder anderweitig behandelte Oberflächen. Besonders bei der Trockenkalibrierung müssen die Reibkräfte im Kaliber beachtet werden, da hier das Material durch das angelegte Vakuum direkt mit der gehärteten Oberfläche in Kontakt kommt. Daran angepasst werden müssen einerseits die Abzugsvorrichtung als auch der Kalibriertisch. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Kalibriermethoden: