Kamasutra
Das Kamasutra (Sanskrit: कामसूत्र, IAST: kāmasūtra; wörtlich Liebesfaden; häufig interpretiert als Leitfaden der Liebeskunst; etwas freier übersetzt als Verse des Verlangens), genannt auch Kamasutram, wurde vermutlich zwischen 200 und 300 n. Chr. von Vatsyayana Mallanaga verfasst, über dessen Leben keine weiteren Kenntnisse vorliegen. Der vollständige Titel lautet Vatsyayana Kamasutra. Das Werk gehört zur indischen Tradition der Lehrwerke über Erotik (Kamashastra). In der westlichen Rezeption beeindruckte das Werk vor allem durch Beschreibungen von Positionen beim Sex, es lehrt jedoch in vielen Differenzierungen den Umgang von Männern mit Frauen und umgekehrt – „wie vor 1800 Jahren“ von der ersten Annäherung bis zum Ende einer Beziehung.
- ↑ Der moderne indische Autor Vanamali Gunturu gibt als Lebenszeit Vatsyayanas „aller Wahrscheinlichkeit nach um das 3. Jahrhundert n. Chr.“ an. Nach Rekonstruktionen des historischen Kontext kommt nach seiner Auffassung jedoch auch eine Lebenszeit „zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. und dem 5. Jahrhundert n. Chr. in Frage.“ (Vanamali Gunturu: Der Kamasutra Ratgeber, Atmosphären Verlag, München 2004, S. 8 und 10).